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Eine an einer Rikscha befestigte Bombe explodierte am Dienstag auf einem Basar im Nordwesten Pakistans und tötete nach Angaben der Polizei mindestens neun Menschen und verletzte mehr als zwei Dutzend weitere. Dies ist das jüngste Anzeichen einer Eskalation der Gewalt in der Grenzregion zu Afghanistan.
Der Angriff ereignete sich in Lakki Marwat, einem Bezirk in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, sagte der örtliche Polizeichef Azmat Ullah.
Er sagte, unter den Getöteten seien zwei Verkehrspolizisten und eine Frau gewesen.
Ullah machte keine weiteren Angaben, sagte aber, Verkehrspolizisten seien offenbar das Ziel des Angriffs gewesen.
Die meisten Toten und Verletzten seien Passanten gewesen, sagte er, und durch die Bombardierung seien auch umliegende Geschäfte beschädigt worden.
Keine Gruppe übernahm sofort die Verantwortung für den Bombenanschlag.
Der Verdacht bei solchen Angriffen fällt häufig auf die pakistanischen Taliban, bekannt als Tehrik-e-Taliban Pakistan, die in den letzten Jahren ihre Kampagne gegen pakistanische Sicherheitskräfte intensiviert haben.
Die Gruppe ist von der afghanischen Taliban-Regierung getrennt, aber mit ihr verbündet.
Die pakistanischen Taliban bestritten jedoch eine Beteiligung an dem Angriff und erklärten in einer Erklärung, sie hätten von dem Bombenanschlag erfahren, stecken aber nicht dahinter.
Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte den Angriff vom Dienstag und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.
In einer Erklärung sagte er, die Regierung und alle relevanten Institutionen seien der Beseitigung des Terrorismus verpflichtet und würden nicht zulassen, dass Militante Frieden und Entwicklung im Land behindern.
Er wies die Behörden an, die Ermittlungen rasch abzuschließen, die Verantwortlichen zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass die Täter vor Gericht gestellt werden.
Pakistanische Behörden werfen der afghanischen Taliban-Regierung seit langem vor, Militanten Zuflucht zu gewähren. Kabul hat den Vorwurf zurückgewiesen und erklärt, dass es Militanten nicht erlaube, afghanischen Boden für Angriffe auf andere Länder zu nutzen.
In Pakistan kam es in den letzten Jahren zu einem Anstieg militanter Gewalt, der die Beziehungen zu Afghanistan belastete.
Die pakistanischen Taliban und andere militante Gruppen sind seit der Rückkehr der afghanischen Taliban an die Macht in Kabul im Jahr 2021 noch ermutigter geworden.
Die Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan dauern an, darunter auch Kämpfe, bei denen seit Ende Februar Hunderte Menschen ums Leben kamen.
Anfang April führten beide Seiten unter Vermittlung Chinas Friedensgespräche. Allerdings kam es weiterhin zu sporadischen grenzüberschreitenden Zusammenstößen, wenn auch mit geringerer Intensität als zuvor.
Zusätzliche Quellen • AP
