Space Park
Bremen griff nach den Sternen – und versenkte hunderte Millionen
Aktualisiert am 12.06.2026 – 18:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Space Park sollte europaweit Maßstäbe setzen. Am Ende blieb eines der größten Flops der Bremer Stadtgeschichte.
Der Space Park Bremen war einst ein Rekordhalter: Als erster Indoor-Freizeitpark Deutschlands und größter seiner Art in ganz Europa entstand er auf dem Gelände der früheren Werft AG Weser im Bremer Stadtteil Gröpelingen. Doch trotz dieser beeindruckenden Superlative endete das ehrgeizige Projekt als spektakuläres Scheitern. Ein Rückblick.
Am 12. Februar 2004 öffnete der Space Park auf einer Fläche von rund 26 Hektar seine Tore. Mit Attraktionen rund um das Thema Raumfahrt – darunter ein Free-Fall-Tower, eine Indoor-Achterbahn, virtuelle Shows und Science-Fiction-Ausstellungen – sollten zahlreiche Besucher angelockt werden.
Ariane-Rakete rottete vor sich hin
Highlight war unter anderem ein maßstabsgetreuer Nachbau der Trägerrakete Ariane 4, der Teil des Free-Fall-Towers „Space Shot“ war. Auch ein Kino, eine angrenzende Shopping-Mall und ein großes Gastronomieangebot sollten das Ganze als Space Center eigentlich zum perfekten Raumfahrt-Erlebnis machen. Viel Space, viel Action – das alles für rund 600 Millionen Euro.
Finanzprobleme überschatten Bremer Megaprojekt
Doch schon im April 2002, lange vor der Eröffnung, traten „neu aufgeworfene Finanzierungsfragen“ auf den Plan, die man aber für lösbar hielt. „Die an der Realisierung des Projekts beteiligten Partner, die Köllmann AG, die KanAm, die DEGI Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds und die Freie Hansestadt Bremen, sind weiterhin überzeugt, dass der Space Park ein zukunftsorientiertes Projekt von hoher Attraktivität, Qualität und überregionaler touristischer Anziehungskraft darstellt“, hieß es damals vom Bremer Senat.
Pustekuchen. Aus Finanzfragen wurden massive Finanzprobleme. Im Juli 2002 stieg Köllmann aus dem Projekt aus, Bremen und die Dresdner Bank als Investor pumpten noch mal Geld rein. Mit Ach und Krach überstand der Space Park die Bau- und Planungsphase und konnte schließlich im Februar 2004 eröffnen – allerdings viel später als ursprünglich geplant und mit einem weiteren Dämpfer:
Denn die riesige Shoppingmall als Teil des Space Centers war zu diesem Zeitpunkt schon gescheitert. Anfangs wollten die Kaufhof AG und später Saturn als Ankermieter einen großen Teil der Ladenflächen übernehmen, zogen ihre Angebote aber wieder zurück. Die rund 120 geplanten Einzelhandelsgeschäfte fanden keine Mieter, die Mall stand zur Eröffnung gespenstisch leer. Ein riesiges Problem, denn sie war als immens wichtiger Teil des Space Centers eingeplant, um es überhaupt profitabel zu machen.
