Eng damit verbunden ist der Neubau der Eisenbahndrehbrücke im Kaiserhafen. Die derzeitige Brücke ist veraltet und stellt ein Nadelöhr dar. Mit den Bundesmitteln soll ein zeitgemäßer Neubau realisiert werden, der Material und Soldaten ohne Verzögerung aus dem Hafen herausführt. „Das entlastet den Landeshaushalt enorm“, sagt Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz – und spricht von einem „historischen Meilenstein für die Hafenstadt“.

Doch der geplante Nato-Hub wird nicht nur sichtbar, sondern auch unsichtbar aufgerüstet. Geplant sind neue Sichtschutzanlagen, Zäune, Drohnenabwehrsysteme und digitale Überwachungs- und Cybersicherheitsstrukturen. Wie genau diese aussehen sollen, bleibt bewusst vage. Über sicherheitsrelevante Details könne man „nicht alle Informationen offenlegen“, erklärt Christoph Sonnenberg, Sprecher des Hafenressorts. Die Abstimmungen mit dem Verteidigungsministerium laufen, konkrete Entscheidungen werden in den kommenden Monaten erwartet.

Für Robert Howe, Geschäftsführer von Bremenports, ist die Investition ein „Segen für die Leistungsfähigkeit unserer Hafenlandschaft“. Der Geschäftsführer betont, dass die Gelder zwar aus dem Verteidigungsetat stammen, aber auch dem zivilen Hafenbetrieb nutzen: „Die Mittel sind ein Ergebnis der Zeitenwende und dienen der Verteidigungsfähigkeit. Gleichzeitig profitieren die Container- und Autoterminals enorm.“

Dass Hamburg beim Milliardenpaket leer ausgeht, wird im politischen Raum aufmerksam registriert. Die deutsche Hafenwirtschaft hatte in den vergangenen Monaten wiederholt darauf hingewiesen, dass mehrere Standorte ertüchtigt werden müssten. „Bremerhaven ist wichtig – aber ebenso wichtig ist es, weitere strategisch relevante Seehäfen einzubeziehen“, sagt Florian Keisinger, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe. Das Ziel müsse ein dezentrales, belastbares Hafencluster sein – nicht ein einzelner Drehpunkt.

Share.
Exit mobile version