Stürzen sie den Fifa-Präsidenten?
Diese beiden mächtigen Frauen fordern wohl Infantino heraus
13.10.2026 – 19:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Uefa hat sich wohl auf zwei Kandidatinnen festgelegt, die gegen Fifa-Chef Gianni Infantino antreten sollen. Eine von ihnen führt bereits einen offenen Machtkampf gegen ihn.
Die Uefa hat sich offenbar auf Gegenkandidatin festgelegt, die bei der im März anstehenden Fifa-Präsidentschaftswahl Amtsinhaber Gianni Infantino herausfordern wollen. Dabei handelt es sich um Klubbesitzerin Michele Kang und die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness. Das berichten die französische „L’Équipe“ und die britische „The Times“ übereinstimmend.
Kang ist Eigentümerin von Olympique Lyonnais, Washington Spirit und London City Lionesses. Klaveness trägt ihren Konflikt mit Infantino bereits offen aus. Im August 2026 forderte sie seinen Rücktritt – die Fußballverbände aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Island und den Färöern schlossen sich an.
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Anfang Oktober reichte der norwegische Verband zwei formelle Anträge bei der Fifa-Ethikkommission sowie dem Governance-, Prüfungs- und Compliance-Komitee ein. Darin fordert er Aufklärung über die Vergabe des „Friedenspreises“ an US-Präsident Donald Trump, den sogenannten „Fall Balogun“ bei der WM sowie Infantinos Rolle beim gescheiterten Investorendeal der Fifa.
Der „Fall Balogun“ war einer der größten sportpolitischen Skandale bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Im Kern ging es darum, dass die Fifa eine automatische Sperre nach einer Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun aufhob, nachdem US-Präsident Donald Trump persönlich bei Infantino interveniert hatte.
Blatter schlug Klaverness als Infantino-Nachfolgerin vor
NFF-Präsidentin Klaveness erklärte dazu: „Der Zweck dieser Untersuchungen ist einfach: die Fakten in den Fällen aufzudecken und die Rechenschaftspflicht innerhalb der Fifa-Regularien sicherzustellen. Wenn ernsthafte Fragen auftauchen, müssen diese unabhängig und transparent untersucht werden“.
Klaveness betonte, der Verband wolle die Ergebnisse nicht vorwegnehmen. Zu den einzelnen Fällen sagte sie: „Wurden das Amt, die Autorität oder der Einfluss der Fifa in unangemessener Weise ausgeübt, und haben die Schutzmechanismen, die dies verhindern sollten, wie vorgesehen funktioniert?“
Rückendeckung kam von Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter. Er schlug Klaveness auf der Plattform X als mögliche Nachfolgerin Infantinos vor. Sie verdiene größten Respekt, habe sich nicht dem Mainstream angepasst, und es sei die „Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt“.
Die Wahl findet beim 77. Fifa-Kongress im März in Rabat, Marokko, statt. Kandidaturen müssen bis zum 18. November angemeldet werden. Am Dienstag tagt der Fifa-Council – auf der Agenda stehen die von der Infantino-Opposition eingebrachten Punkte. Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf gehört dem Gremium an.
