Verdacht auf Kampagne
Norwegischer Palast reagiert auf verdächtige Beiträge
15.04.2026 – 15:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Während die norwegische Königsfamilie unter Druck steht, erhält sie plötzlich zahlreiche positive Beiträge im Netz. Experten vermuten eine Kampagne.
Die Kritik am norwegischen Königshaus reißt nicht ab, nun rückt ein weiteres Thema in den Fokus. Auffällige Aktivitäten in sozialen Netzwerken werfen zusätzliche Fragen zur öffentlichen Wahrnehmung der Royals auf.
Mehrere Facebook-Profile haben innerhalb kurzer Zeit zahlreiche positive Beiträge über die norwegische Königsfamilie verbreitet, wie der norwegische Sender TV 2 berichtet. Die Inhalte ähnelten sich stark und werden demnach mit ungewöhnlich hoher Frequenz veröffentlicht. Eine Analyse durch die frühere US-Ermittlerin Kay Dean im Auftrag des Senders weist auf den Einsatz künstlicher Intelligenz hin. Sie erklärte: „Jedes einzelne dieser Profile verwendet KI-generierte Inhalte. Das an sich ist schon verdächtig.“
Auffällig sei auch das Muster der Aktivitäten: Mehrere Accounts hätten an einem Tag jeweils genau 23 Beiträge veröffentlicht. Dean sagte dazu: „Ich suche normalerweise nach Gruppen von Bewertungen, die kurz hintereinander einlaufen, gefolgt von langen Zeiträumen ohne Aktivität. Das sind anorganische Muster.“ Auch die Identität der Profilbetreiber erscheine fragwürdig. Dean hält es für möglich, dass hinter den Beiträgen bezahlte Kampagnen stehen.
Der norwegische Hof reagierte darauf. Kommunikationsberater Simen Løvberg Sund erklärte TV 2: „Dies war uns nicht bewusst, und wir haben keine Kenntnis darüber, wer eventuell dahinterstecken könnte.“ Meta habe die Inhalte laut TV 2 inzwischen zur Prüfung weitergeleitet. Eine Anfrage des Senders an die Profile sei unbeantwortet geblieben.
Die Entwicklung fällt in eine ohnehin angespannte Phase für die norwegische Königsfamilie. Skandale wie Mette-Marits frühere Verbindung zu dem Sexualverbrecher Jeffrey Epstein sowie ein Gerichtsprozess gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby haben das Vertrauen der Bevölkerung in die Monarchie zuletzt sinken lassen.
