Messerangriff nahe beliebtem See

Streit um Zigarette eskaliert – junge Frau muss neun Jahre in Haft

Aktualisiert am 09.03.2026 – 16:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Angeklagte im Gericht (Archivbild): Die 19-Jährige muss neun Jahre ins Gefängnis. (Quelle: Daniel Löb/dpa/dpa-bilder)

Eine Bitte um eine Zigarette eskaliert in Sekunden. Ein 15-Jähriger stirbt noch am Tatort. Jetzt hat das Gericht sein Urteil gesprochen.

Die beiden waren nach Angaben des Gerichts an einer Haltestelle nahe dem Brombachsee in Mittelfranken zufällig aufeinandergetroffen. Der Jugendliche habe die junge Frau auf der anderen Straßenseite nach einer Zigarette gefragt. Sie habe daraufhin aggressiv reagiert, beide sollen sich gegenseitig beleidigt haben.

Dann habe die 19-Jährige laut Gericht ein Taschenmesser aus der Handtasche ihrer Partnerin genommen und mit ihrem ebenfalls anwesenden Bruder die Straße überquert. Zunächst seien der 15-Jährige und der Bruder der Angeklagten aneinandergeraten. Dann habe die junge Frau dem Jugendlichen mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Er schlug zurück, woraufhin sie ihm das Messer nach Auffassung des Gerichts in den Hals stieß.

Der Junge legte noch die Hände auf die Wunde, sank gegen einen Zaun und fiel zu Boden. Mehrere Zeugen eilten herbei und versuchten zu helfen. „Aber all dies hat nichts genützt“, sagte die Vorsitzende Richterin Elke Beyer. Der Jugendliche starb noch am Tatort.

Während des Streits soll die Angeklagte den 15-Jährigen auch rassistisch beleidigt haben. Er besaß die deutsche und die brasilianische Staatsangehörigkeit. Ein rassistisches Motiv schloss das Gericht jedoch aus: Die Beleidigung sei unbedacht gerufen worden, der Tatablauf spreche ebenfalls nicht dafür, so Beyer.

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