Energiepolitik
Merz stellt Fahrplan für Kohleausstieg infrage
27.03.2026 – 20:04 UhrLesedauer: 1 Min.
Bundeskanzler Friedrich Merz stellt den geplanten Kohleausstieg in Deutschland infrage und schließt längere Laufzeiten für Kraftwerke nicht aus.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellt den Fahrplan für den Kohleausstieg in Deutschland infrage. „Wir werden möglicherweise laufende Kohlekraftwerke länger am Netz lassen müssen“, sagte Merz am Freitag beim „FAZ-Kongress 2026“. Aus der Kohleverstromung will Deutschland eigentlich schrittweise bis 2038 aussteigen.
„Ich bin nicht bereit, den Kern unserer Energieversorgung aufs Spiel zu setzen, bloß weil wir da vor Jahren Ausstiegsdaten beschlossen haben“, sagte der Kanzler auf der Veranstaltung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es sei wichtig, die Energiepolitik „vom Kopf auf die Füße zu stellen“. Eine Rückkehr zur Atomkraft sei aber keine Option, so Merz.
Der Kanzler bekannte sich auch zum weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, sie müssten aber durch neue grundlastfähige Gaskraftwerke ergänzt werden. Diese sollten kurzfristig an bestehenden Kraftwerksstandorten errichtet werden und „wir werden sie nicht sofort wasserstofffähig machen“.
Langfristig setzt Merz große Hoffnungen in den Bau von Kernfusions-Reaktoren in Deutschland. Außerdem könne er sich vorstellen, dass sich Deutschland an der Forschung für kleine modulare Kernreaktoren beteilige.
