Münchner Sicherheitskonferenz

Merz und Macron reden über möglichen europäischen Atomschirm

Aktualisiert am 13.02.2026 – 14:22 UhrLesedauer: 1 Min.

Könnten mit Atomwaffen beladene französische U-Boote künftig auch Deutschland schützen? Diese Frage liegt derzeit auf dem Tisch. (Archivbild) (Quelle: —/dpa/dpa-bilder)

Braucht Europa einen eigenen Atomschirm? Für deutsche Politiker war diese Frage lange ein Tabu. Mit Kanzler Merz kommt nun Bewegung in die Diskussion.

Deutschland und Frankreich reden über einen möglichen europäischen Atomschirm. „Ich habe mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron erste Gespräche über europäische nukleare Abschreckung aufgenommen“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Merz betonte dabei, dass Deutschland sich an seine rechtlichen Verpflichtungen halten werde. Er spielte damit auf den 1990 geschlossenen Zwei-Plus-Vier-Vertrag mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs an. In diesem bekräftigten die damals noch zwei deutschen Staaten den „Verzicht auf Herstellung und Besitz von und auf Verfügungsgewalt über atomare, biologische und chemische Waffen“. Sie erklärten darüber hinaus, dass „auch das vereinte Deutschland sich an diese Verpflichtungen halten wird“.

Für denkbar wird allerdings gehalten, dass der derzeit rein nationale französische Atomschirm ausgebaut wird, um auch Deutschland und anderen EU-Staaten Schutz anzubieten. Macron hatte Deutschland und anderen EU-Partnern bereits 2020 während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump Gespräche über eine europäische Kooperation bei der atomaren Abschreckung angeboten.

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