„Zwei Flugzeuge oder nur eins?“

Merz stellt FCAS-Projekt mit Frankreich offen infrage

Aktualisiert am 18.02.2026 – 17:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Grafische Darstellung des Future Combat Air System (FCAS): Das Projekt droht an unterschiedlichen Anforderungen in Frankreich und Deutschland zu scheitern. (Quelle: HENSOLDT)

Mit FCAS wollen Deutschland und Frankreich gemeinsam einen modernen Kampfjet entwickeln. Doch die Anforderungen beider Länder lassen sich kaum miteinander in Einklang bringen.

Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System (Luftkampfsystem der Zukunft). Dazu sollen auch Drohnen und neuartige Kommunikationssysteme gehören. Es soll ab den 2040er-Jahren das Rückgrat der deutsch-französischen Luftverteidigung bilden. Ein anvisiertes Kampfflugzeug der sechsten Generation soll mit Tarnkappentechnik ausgestattet sein.

Allerdings hat die französische Luftwaffe andere Anforderungen an ein solches Kampfflugzeug als die deutsche. So sollen französische Jets auch auf einem Flugzeugträger landen oder Atomwaffen tragen können. Die deutsche Luftwaffe braucht hingegen eher ein schnelles Jagdflugzeug.

Merz sprach nun in dem Podcast von einem „echten Problem im Anforderungsprofil“. Er fügte hinzu: „Wenn wir das nicht lösen können, dann können wir das Projekt nicht aufrechterhalten.“ Es stelle sich die Frage, „haben wir die Kraft und den Willen, für diese beiden unterschiedlichen objektiven Anforderungsprofile zwei Flugzeuge zu bauen oder nur eins?“ Paris wolle nur ein Flugzeug bauen, das auf seine Bedürfnisse ausgerichtet ist. Das sei jedoch nicht das, was die deutsche Seite brauche, betonte der Kanzler.

Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte in Berlin zur Zukunft des FCAS-Projekts: „Unser Szenario ist nicht, dass wir jetzt diese Partnerschaft auflösen, sondern dass wir sie erhalten.“ Über die Umstände werde derzeit verhandelt. „Und wir warten jetzt auf eine französische Entscheidung, ob sie eine Zukunft in dieser Kooperation sehen, so wie sie zu Beginn der Partnerschaft verabredet wurde.“

Eigentlich hätte 2026 die zweite Phase des Vorhabens beginnen sollen, um bis 2029 ein flugfähiges Modell zu entwickeln. „Da warten wir jetzt auf die Entscheidung, die auch von französischer Seite zugesagt wurde, in naher Zeit bis zum Ende des Monats“, sagte Kornelius.

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