Hohe Spritpreise

Viele Deutsche zweifeln am Tankrabatt – ADAC sieht nur teilweise Entlastung


06.05.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Immer noch hohe Werte an den Preismasten (Symbolbild): Benzin und Diesel sind trotz der Steuersenkung teuer. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

Fast jeder Zweite unterstützt den Tankrabatt. Gleichzeitig zweifeln viele Deutsche laut einer Umfrage daran, dass sie an der Zapfsäule wirklich entlastet werden.

Der neue Tankrabatt hat in Deutschland ein geteiltes Echo. Zwar unterstützt knapp die Hälfte der Bürger die befristete Steuersenkung auf Kraftstoffe. Gleichzeitig glaubt aber eine deutliche Mehrheit nicht daran, dass die Maßnahme Autofahrer spürbar entlastet. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Auch der ADAC sieht Hinweise darauf, dass die Steuersenkung bislang nicht vollständig an Verbraucher weitergegeben wird.

Der Tankrabatt gilt vom 1. Mai bis zum 30. Juni. Durch die Senkung der Energiesteuer um rund 17 Cent pro Liter will die Bundesregierung Verbraucher und Unternehmen entlasten. Laut der Verivox-Umfrage befürworten 48 Prozent der Befragten die Maßnahme. Jeder vierte Deutsche lehnt den Tankrabatt dagegen ab. Weitere 27 Prozent äußerten sich unentschieden.

Besonders groß ist jedoch die Skepsis mit Blick auf die tatsächliche Wirkung. Nur 17 Prozent der Befragten glauben, dass der Tankrabatt die Kosten beim Tanken spürbar senken wird. 61 Prozent rechnen dagegen nicht mit einer echten Entlastung.

Zusätzliche Zweifel nährt eine aktuelle Auswertung des ADAC. Demnach sind die Kraftstoffpreise fünf Tage nach Beginn des Tankrabatts zwar gesunken, allerdings nicht in dem Umfang, den die reduzierte Energiesteuer erwarten ließe. Wie der Automobilklub mitteilte, kostete ein Liter Super E10 zuletzt im Tagesdurchschnitt 2,025 Euro und damit 7,8 Cent weniger als eine Woche zuvor. Diesel verbilligte sich im selben Zeitraum um 10,5 Cent auf durchschnittlich 2,095 Euro je Liter. Die Steuersenkung beträgt allerdings rund 17 Cent.

Nach Einschätzung des ADAC spricht dies dafür, dass die Mineralölunternehmen einen Teil der Entlastung nicht an die Verbraucher weitergeben. Der Ölpreis der Sorte Brent sowie der Euro-Dollar-Kurs hätten sich im Vergleich zum Zeitraum vor Einführung des Tankrabatts kaum verändert und erklärten die geringere Preissenkung daher nicht.

Wie begrenzt die Entlastung selbst im Idealfall ausfallen könnte, zeigt zudem eine Modellrechnung von Verivox. Selbst wenn die Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weitergegeben würde, läge die Ersparnis für einen Durchschnittsfahrer in den beiden Monaten lediglich bei etwa 20 bis 25 Euro.

Grundlage der Berechnung ist eine Pendelstrecke von jeweils rund 20 Kilometern und insgesamt etwa 1.600 gefahrenen Kilometern in den Monaten Mai und Juni. Bei einem Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometer entspreche das einer Entlastung von rund 19 Euro. Einschließlich privater Fahrten und insgesamt etwa 2.000 Kilometern Fahrleistung steige die Ersparnis auf rund 24 Euro.

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