Mehr schwere Verläufe

WHO: Mehrere Fälle von West-Nil-Fieber in Urlaubsregionen


24.07.2026 – 11:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Mücke sticht zu (Symbolbild): Infizierte Mücken können Viren auch auf Menschen übertragen. (Quelle: Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)

Die meisten Infizierten merken nach einem Mückenstich nicht, dass sie angesteckt wurden. Doch zuletzt gab es in Südeuropa etliche schwere Krankheitsfälle – vor allem in einem Land.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft wegen mehrerer Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Südeuropa zu verstärkter Wachsamkeit auf. Insbesondere in Griechenland und Italien habe die Zahl der Erkrankungen durch das von Mücken übertragene Virus in den letzten Wochen zugenommen, teilte das WHO-Regionalbüro für Europa mit. Die Krankheitssaison beginne allerdings gerade erst.

Symptome des West-Nil-Fiebers

Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln laut dem RKI grippeähnliche Symptome, die zwei bis 14 Tage nach der Infektion beginnen. Dazu gehören Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen. Die Symptome halten etwa drei bis sechs Tage an. In seltenen Fällen (bei etwa einem Prozent) kann es aber auch zu schweren Erkrankungen des Nervensystems kommen, etwa zur Hirnhautentzündung. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen.
Es gibt weder einen Impfstoff noch ein Gegenmittel. Ärzte können nur die Symptome behandeln.

Viele Infizierte mussten ins Krankenhaus

In Griechenland wurden allein in der vergangenen Woche laut WHO 14 Erkrankungen bestätigt. Damit stieg die Gesamtzahl seit Jahresbeginn auf 21 Fälle. 13 der Erkrankten waren noch in Krankenhäusern, drei davon nach Angaben der griechischen Nationalbehörde für öffentliche Gesundheit auf Intensivstationen.

Italien meldete der WHO zufolge 21 Fälle in 17 Regionen. Jeweils zwei Fälle wurden in Spanien, Rumänien und Nordmazedonien festgestellt. Auch das Auswärtige Amt warnt Urlauber deshalb schon vor Mücken in einigen Gebieten.

Zwei Erkrankungen im laufenden Jahr in Deutschland registriert

Das West-Nil-Virus wird nach WHO-Angaben meist zwischen Mücken und Vögeln übertragen. Infizierte Mücken können aber auch Menschen stechen und diese anstecken, am häufigsten zwischen Juli und September. Die meisten Infizierten bemerken die Ansteckung dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge nicht. Forscher gehen deshalb von einer hohen Dunkelziffer aus.

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In Deutschland wurden im laufenden Jahr bis Ende vergangener Woche nach RKI-Angaben zwei Fälle von West-Nil-Fieber registriert. Aus den Angaben geht allerdings nicht hervor, ob die Infektionen während einer Reise zustande kamen.

Forscher der Universitätsklinik Charité hatten erst kürzlich festgestellt, dass das West-Nil-Virus in Berlin inzwischen fest etabliert ist. Studienautorin Sandra Junglen erklärte bei einem Pressegespräch: „Das West-Nil-Virus ist in Berlin endemisch, das heißt, es kann in den Sommermonaten zu Infektionen ohne Reiseaktivität kommen.“ Mehr zu der Untersuchung und was den Forschern zufolge Gebiete sind, in denen das tropische Mückenvirus besonders häufig vorkommt, erfahren Sie hier.

Tipps zum Schutz vor Mückenstichen

Die WHO erklärte, das Risiko einer schweren Erkrankung sei für die meisten Menschen gering, doch wegen längerer und heißerer Sommer erhöhe sich die Möglichkeit einer Ansteckung. „Wer nach einem Mückenstich hohes Fieber, Hautausschlag oder Nackensteifigkeit entwickelt, sollte unverzüglich einen Arzt aufsuchen“, mahnte WHO-Regionaldirektor Hans Henri Kluge. Die WHO empfiehlt Reisenden unter anderem, sich durch lange Kleidung und Insektenschutzmittel vor Mückenstichen zu schützen.

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