Im Kölner Hauptbahnhof sind beide nicht nur Sicherheitskräfte, sondern helfen Reisenden auch, wo sie können. Sei es dabei, den Weg zur nächsten Drogerie zu finden oder eine Zugverbindung herauszusuchen. „Das gehört für uns auch dazu. Wir wollen stets ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, damit sich die Menschen am Hauptbahnhof wohlfühlen“, sagt Jessica Leheureux weiter.
Auf Gleis 4 fällt beiden dann plötzlich eine obdachlose Person auf. Sofort eilen sie zu ihr, fragen, ob sie vorhat, mit einem Zug zu fahren. Als die Person verneint, bitten beide sie freundlich, den Bahnhof zu verlassen. Das klappt ohne Probleme. Viele Obdachlose kennen die beiden Sicherheitsleute mittlerweile schon beim Namen. „Viele kommen immer wieder. Aber wir lassen sie nie gehen, ohne sie auf die Hilfsangebote am Bahnhof aufmerksam zu machen.“
Die meisten Obdachlosen würden in den Hauptbahnhof kommen, da es dort meist wärmer als vor der Tür ist. Im Hauptbahnhof zu schlafen oder sich dort grundlos länger aufzuhalten, verstößt allerdings gegen die Hausordnung. Jessica Leheureux sagt aber: „Da braucht es natürlich Fingerspitzengefühl. Wenn draußen Minusgrade herrschen, schicke ich niemanden einfach so vor die Tür.“
Nicht nur Obdachlose rufen die Einsatzkräfte auf den Plan. „Vor allem nachts laufen gerne auch mal betrunkene Menschen durch den Bahnhof oder benehmen sich daneben. Da müssen wir dann auch aus Sicherheitsgründen eingreifen, denn die Personen könnten auch auf die Gleise fallen“, sagt Akin Tunc.
Das neue Sofortprogramm der Deutschen Bahn soll Angriffe an den Bahnhöfen weiter reduzieren. Dabei helfen neben den zusätzlichen Streifen auch 210 Sicherheitskameras, die den Kölner Hauptbahnhof überwachen. Sie wurden bereits Ende 2020 installiert, um die Sicherheits weiter zu erhöhen.
