Selbst bei geringer Luftverschmutzung

Bei Feinstaub tritt dieses unangenehme Symptom öfter auf


15.09.2026 – 13:27 UhrLesedauer: 3 Min.

Mann liegt hustend im Bett (Symbolbild): Nicht immer steckt hinter nächtlichem Husten ein Infekt oder eine Allergie. (Quelle: Olena Miroshnichenko/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Eine neue Untersuchung zeigt: Wenn die Feinstaubbelastung steigt, treten bestimmte nächtliche Beschwerden häufiger auf – selbst bei niedrigen Werten.

Feinstaub besteht aus winzigen Schmutzteilchen, die etwa aus Autoabgasen, Öfen und Heizungen in Wohnhäusern und der Industrie stammen. Diese Partikel sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Das macht sie nicht harmlos, im Gegenteil: Teilchen mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometern oder weniger dringen tief in die Atemwege ein, bis in die Bronchien und Lungenbläschen. Schon lange weiß man: Eine dauerhafte Belastung mit diesen sogenannten PM2,5 ist ein Risiko für die Gesundheit.

Nun hat eine Forschungsgruppe untersucht, ob auch kurzfristige Veränderungen der Feinstaubbelastung körperliche Beschwerden verursachen können – genauer: nächtliches Husten. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass Menschen nach einem Anstieg der Feinstaubwerte tatsächlich häufiger husten. Das war sogar in Städten zu beobachten, in denen die Luftverschmutzung generell eher gering ist.

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Daten einer Schlaf-App ausgewertet

Das Team nutzte Daten der Schlaf-App „Sleep Cycle“. Diese verwendet nachts das Mikrofon des Smartphones und erkennt, wenn der Anwender hustet. Die Forscher selbst bekamen dabei keine privaten Tonaufnahmen zu hören. Stattdessen erkannte die App die Huster und zählte sie. So ließ sich berechnen, wie viele Huster pro Stunde Schlaf vorkamen. Die Ergebnisse wurden anonymisiert und für viele Nutzer einer Stadt zusammengefasst.

Insgesamt umfasste die Studie einen Zeitraum von rund 18 Monaten. Pro Tag flossen im Schnitt Daten von rund 98.000 Nutzern der Schlaf-App aus 32 Städten in zwölf Ländern ein, darunter Berlin und Leipzig. (Wie viele verschiedene Menschen über den gesamten Studienzeitraum beteiligt waren, lässt sich daraus nicht ableiten, weil nicht in jeder Nacht dieselben Nutzer die App verwendeten.)

Husten und Feinstaub – ein Zusammenhang?

Im nächsten Schritt nahmen die Forscher die offiziellen Feinstaubmessungen der jeweiligen Städte in den Blick. So konnten sie für jeden Tag die Feinstaubbelastung mit der Anzahl der nächtlichen Huster ins Verhältnis setzen.

Die Auswertung zeichnete ein klares Bild, und zwar über alle Städte hinweg: Stieg die PM2,5-Belastung um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, lag die nächtliche Hustenrate in einer zentralen Auswertung im Durchschnitt rund 2,4 Prozent höher.

Das klingt zunächst nach wenig. Für den einzelnen Nutzer war der durchschnittliche Unterschied tatsächlich klein. Der Effekt zeigte sich aber bei Zehntausenden Menschen und über zahlreiche Nächte hinweg. Zudem kann die Feinstaubbelastung um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter steigen, ohne dass die Luft extrem verschmutzt sein muss – etwa von 5 auf 15 oder von 10 auf 20 Mikrogramm.

Der Zusammenhang beschränkte sich also nicht auf besonders schlechte Luft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass die durchschnittliche PM2,5-Belastung innerhalb von 24 Stunden nicht über 15 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen sollte. Doch selbst unterhalb dieses Wertes nahm das Husten mit steigender Feinstaubbelastung zu.

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