Bilanz des 191. Oktoberfests

7,4 Millionen Gäste, 105.000 geklaute Maßkrüge – und ein Gebiss


04.10.2026 – 14:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf. Die Veranstalter des 191. Oktoberfests ziehen eine positive Bilanz – bis auf einige Ausnahmen. (Quelle: Felix Hörhager/dpa/dpa-bilder)

Rekordandrang auf der Wiesn: 7,4 Millionen Menschen strömten in 16 Tagen auf die Theresienwiese. Die vorläufige Bilanz zeigt aber auch die dunkle Seite des Oktoberfests.

Das 191. Oktoberfest endet am Sonntagabend. 16 Tage lang kamen nach ersten Schätzungen der Stadt München insgesamt rund 7,4 Millionen Menschen auf die Theresienwiese. Damit verzeichnet die Wiesn 2026 die höchste Besucherzahl ihrer Geschichte. Im vergangenen Jahr waren es 6,5 Millionen Gäste.

Alle Zahlen und Fakten rund um die Wiesn 2026 gibt es hier in der Zusammenfassung der vorläufigen Bilanz der Festleitung, Polizei und Aicher Ambulanz.

Besucher und Bier – beides gab es in Massen

Neben dem regulären Festgelände zog auch die Oide Wiesn mehr Menschen an als 2025. Dort wurden rund 447.000 Besucher gezählt, ein Plus von 24,2 Prozent. Besonders unter der Woche stiegen die Zahlen auf dem gesamten Gelände deutlich. Von Montag bis Donnerstag kamen in der zweiten Festwoche 28,9 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr.

Beim Bier blieb die Maß das wichtigste Getränk. Rund 6,7 Millionen Maß Festbier wurden ausgeschenkt, 2,7 Prozent mehr als 2025. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier um 10,7 Prozent und nach Weißbier um 12,6 Prozent. Alkoholfreie Getränke legten um zehn Prozent zu – woher der Trend kommt, verriet Paulaners Marketing-Chef der Münchner Lokalredaktion von t-online im exklusiven Gespräch.

Wiesnbesucher stoßen mit Radler (links), Oktoberfestbier und einem Paulaner Weißbier an: Obwohl Bier voll im Trend war, legten auf der Wiesn 2026 auch alkoholfreie Getränke zu. (Quelle: IMAGO/imago)

Fundstücke: Imbissfigur, Krücke und Gebiss

Am Ende der 16 Festtage hatte das Fundbüro wieder einiges zu tun. Hochgerechnet wurden rund 4.000 Fundsachen registriert. Darunter waren etwa 1.050 Kleidungsstücke, 700 Geldbeutel, 450 Ausweise und 400 Handys. Rund 850 Gegenstände konnten ihren Besitzern wieder ausgehändigt werden.

Manche Fundstücke fallen allerdings aus der Reihe. Im Fundbüro landeten unter anderem eine Knirschschiene, eine Krücke, ein dicker Bildband über Tibet und eine 1,80 Meter große Figur eines Imbissstands. Außerdem wurden ein Akkordeon, ein Gebiss und ein Alkoholmessgerät abgegeben. Sogar ein iPhone 18 fand seinen Weg ins Fundbüro, nur wenige Tage nach Verkaufsstart des Modells.

Auch bei den Maßkrügen wurde wieder ordentlich geschmuggelt: Rund 105.000 geklaute Stück wurden vom Ordnungspersonal eingesammelt.

Nicht alle Krüge blieben dort, wo sie sein sollten: nämlich im Zelt. Wer beim Maßkrug-Schmuggel erwischt wird, muss mit einer Anzeige wegen Diebstahls rechnen. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON/imago)

92 Tonnen Müll auf dem Festgelände

Nachts rückte regelmäßig die Straßenreinigung an. 92 Tonnen Müll wurden allein auf dem Festgelände zusammengekehrt und abtransportiert. Im Umfeld der Wiesn kamen weitere 54 Tonnen hinzu.

Auch beim Wasserverbrauch hinterließ die Wiesn ihre Spuren. Rund 83.800 Kubikmeter Wasser wurden verbraucht. An den Trinkwasserbrunnen zapften die Besucher rund 198 Kubikmeter, 52,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mehr Besucher, mehr Einsätze

Die Polizei registrierte bis zum 3. Oktober rund 1.600 Einsätze. Besonders häufig ging es um Rauschgiftverstöße. Bei der Aicher Ambulanz stieg die Zahl der Patienten um 18,5 Prozent – das hängt jedoch auch mit der gestiegenen Besucherzahl zusammen. Der Anteil der Fälle, bei denen Patienten in umliegende Kliniken gebracht werden mussten, lag bei 1,1 Prozent.

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