Kai-Ulrich Deissner

Mediamarkt-Chef tritt überraschend zurück


Aktualisiert am 06.03.2026 – 10:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Kai-Ulrich Deissner: Der 56-Jährige ist seit Mai 2025 Vorstandschef der Ceconomy.

Kai-Ulrich Deissner: Der 56-Jährige ist seit Mai 2025 Vorstandschef der Ceconomy. (Quelle: Fotograf Oliver Roesler
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Kurz vor der geplanten Übernahme durch den chinesischen Onlinehändler JD.com kündigt der Ceconomy-CEO seinen Rückzug an. Der Manager hatte die Transaktion zuvor ausdrücklich unterstützt.

Überraschender Wechsel an der Spitze von Ceconomy: Konzernchef Kai-Ulrich Deissner hat angekündigt, seinen Posten im Laufe des Jahres 2026 abzugeben. Das teilte die Muttergesellschaft der Elektronikhändler MediaMarkt und Saturn am Freitag mit. Deissner habe den Aufsichtsrat über seine Entscheidung informiert und wolle das Amt aus persönlichen Gründen niederlegen.

Der Manager war erst seit Mai 2025 Vorstandschef des Düsseldorfer Konzerns. Zuvor hatte er seit Februar 2023 als Finanzchef gearbeitet. Er folgte damals auf Karsten Wildberger, der in die Politik wechselte und als Digitalminister in das Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz eintrat.

Deissner begründete seinen Schritt mit privaten Motiven. „Es ist Zeit für mich, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen, um Prioritäten neu zu ordnen“, erklärte der Manager. Der Konzern sei gut aufgestellt. Nach mehreren Jahren mit steigenden Ergebnissen sei man „auf dem besten Weg, unsere strategischen Ziele zu erreichen“.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Christoph Vilanek erklärte, er bedauere die Entscheidung, respektiere sie aber. Deissner habe das Unternehmen geprägt und sein Erfolg sei unter anderem an „zwölf Quartalen kontinuierlichen Wachstums“ sichtbar.

Der Führungswechsel fällt in eine Phase grundlegender Veränderungen für den Elektronikhändler. Der chinesische Onlinehandelskonzern JD.com hat sich bereits eine Beteiligung von mehr als 85 Prozent an Ceconomy gesichert. Die Übernahme soll im Laufe des Jahres abgeschlossen werden. Anschließend plant JD.com, das Unternehmen von der Börse zu nehmen.

Durch den Einstieg erhält der chinesische Konzern Zugriff auf die großen Online-Shops sowie mehr als 1000 Filialen von MediaMarkt und Saturn in Europa. JD.com will damit sein Geschäft außerhalb Chinas ausbauen und im Wettbewerb mit Konkurrenten wie Amazon oder Alibaba stärker auftreten.

Auch Ceconomy verspricht sich Vorteile von der Partnerschaft. Vor allem in den Bereichen Logistik und Technologie soll der Konzern von JD.com profitieren. Im Interview mit t-online hatte Deissner auf die positiven Aspekte der Übernahme verwiesen und angekündigt, Lieferungen künftig spätestens am nächsten Tag zu erfüllen.

Wer Deissner an der Spitze von Ceconomy nachfolgen wird, ist noch offen. Der Aufsichtsrat will sich laut Pressemitteilung in einer Sitzung am 12. März mit der Situation und der weiteren Nachfolgeregelung befassen.

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