Wie „Mario Kart“

Nach Regelzäsur: Verstappen wütend auf neue Formel 1

Aktualisiert am 09.03.2026 – 09:08 UhrLesedauer: 4 Min.

Max Verstappen: Er landete zum Saisonstart auf Platz sechs. (Quelle: IMAGO/Qian Jun/Paddocker-SPP/imago)

Die Formel 1 hat nach der größten Regelreform ihrer Geschichte beim Grand Prix von Australien gerade einmal rund 300 Kilometer zurückgelegt. Doch von zwei Weltmeistern gibt es Gemecker.

Max Verstappen kommt sich bei der neuen Formel 1 wie in einem Videospiel vor. Das will der viermalige Weltmeister von Red Bull und leidenschaftliche Sim Racer nach dem packenden Saisonstart in Australien aber überhaupt nicht als Lob verstanden wissen.

Von „Chaos hoch und runter“ sprach Verstappen nach dem Aufbruch in eine neue Zeitrechnung in der Königsklasse des Motorsports bei Viaplay. Die Notwendigkeit, die Batterie im Motor nach dem Entladen wieder aufzuladen, würde im Mittelfeld zu „seltsamen Dingen“ führen, die ihn an „Mario Kart“ erinnern. Verstappen würde am liebsten die Zeit zurückdrehen.

Der 71-malige Grand-Prix-Sieger wird mit der neuen Formel 1 nicht warm. Schon während der Testfahrten regte er sich über die Generation 2026 auf. „Es hat mit der Formel 1 eigentlich nichts zu tun“, hatte Verstappen geklagt. „Es fühlt sich eher an wie die Formel E auf Steroiden.“

Nach der Regelreform sind die Fahrer zu permanentem Batterie-Management aufgerufen. Vollgas fahren können sie nicht mehr komplett, sonst geht ihnen mit den neuen Motoren der Saft aus. Die Aggregate beziehen zu gut 50 Prozent Leistung vom Verbrenner und zu fast 50 Prozent aus der Batterie, die wieder geladen werden muss.

Verstappen ist aber ein vehementer Vertreter des Vollgasfahrens: So spät wie möglich bremsen, so früh wie möglich beschleunigen. Auf der Geraden Herunterschalten, vom Gas gehen und ausrollen, um dann mit geladener Batterie wieder voll beschleunigen können, wie in der Qualifikation praktiziert, das widerspricht dem Instinkt des Niederländers.

„Fahrer und Fans wollen nur das Beste für den Sport. Wir sind nicht einfach nur um der Kritik willen kritisch“, sagte Verstappen, der nach Startplatz 20 in Melbourne noch Sechster wurde. „Wir sind aus gutem Grund kritisch, denn wir wollen, dass es die Formel 1 bleibt, also die richtige Formel 1 auf Steroiden.“

Die Fans bekamen vor allem in der Anfangsphase ein Spektakel geboten, als sich der spätere Rennsieger George Russell im Mercedes und Ferrari-Fahrer Charles Leclerc an der Spitze mehrfach überholten. Dank der neuen Modi „Boost“ (Schub) und „Overtake“ (Überholen) wurden insgesamt 125 Überholmanöver gezählt. Dem gegenüber stellten die Statistiker der Formel 1 gerade einmal 45 beim Saisonstart in Melbourne vor einem Jahr.

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