Als er noch zur Schule ging, war Timo Boll in einem Theaterclub und spielte sogar einige Hauptrollen. Der mittlerweile 45-jährige Timo gibt jedoch zu, dass er nie ein wirklich talentierter Schauspieler war. Seine Stärken liegen eher im Sport: Der Deutsche gehörte jahrzehntelang zu den weltbesten Tischtennisspielern, führte mehrere internationale Ranglisten an, war Rekord-Europameister und gewann Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. In China, das diese schnellste aller Schlägersportarten dominiert, wurde Boll scherzhaft als „Staatsfeind Nummer eins“ bezeichnet. 2025 beendete er seine Karriere. Doch nun musste Boll erneut auf seine schauspielerischen Fähigkeiten zurückgreifen: Er übernahm eine Nebenrolle in einem Blockbuster, der neun Nominierungen für die Oscars 2026 erhielt – aber keine gewann.
Vom „Staatsfeind“ in China zum Filmdebüt in New York
In „Marty Supreme“, einer völlig verrückten Geschichte, die vom Leben des amerikanischen Tischtennisspielers Marty Reisman inspiriert ist, spielt Boll Vladimir Sebek, einen Tschechen, der Anfang der 1950er Jahre bei den British Open vom Protagonisten geschlagen wird. Der Deutsche liefert sich ein einseitiges Duell mit Timothée Chalamet, der die Hauptrolle spielt – davon wird nur ein Ballwechsel gezeigt, danach gratuliert er dem Sieger und lobt ihn für sein gutes Spiel. Boll erklärt, dass er nach zweiwöchigen Dreharbeiten in New York diesen einen Satz neu aufnehmen musste – allerdings nicht nur auf Deutsch. Er wurde auch gebeten, „spontan“ eine Version in englischer Sprache bereitzustellen. Damals war er mit einem Freund auf Golftour, „also landete ich mit dem Wohnmobil bei einer Autobahnraststätte“, erinnert sich Boll.










