Intime Einblicke in 7.000 Haushalte

Mann hat plötzlich Zugriff auf Roboterarmee


Aktualisiert am 24.02.2026 – 11:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Staubsaugerroboter in einer Wohnung (Symbolbild): Kamera- und Mikrofondaten waren abrufbar. (Quelle: Alena Kuznetsova/imago-images-bilder)

Eigentlich wollte ein Softwareentwickler nur seinen Staubsaugroboter modifizieren. Doch plötzlich hatte er Zugriff auf Tausende Geräte – und auf deren Kameras.

Der KI-Chef einer französischen Firma für Luxusimmobilienvermietungen hat eine Sicherheitslücke bei einem chinesischen Hersteller von Drohnen und Saugrobotern aufgedeckt. Als Erstes berichtete das Technikportal „The Verge“ über den Fall. Demnach erlangte Sammy Azdoufal aus Versehen die Kontrolle über eine weltweit verstreute Roboterarmee, als er seinen eigenen Staubsauger modifizieren wollte.

Eigener Auskunft zufolge ging es dem Experten für Künstliche Intelligenz nur darum, seinen Saugroboter der Marke DJI mit einem Playstation-Controller steuern zu können. Er bat den KI-Assistenten Claude Code darum, eine App zu erstellen, die ihm Zugriff auf seinen neuen DJI-Romo gewähren sollte.

Doch als Azdoufal die Anwendung startete, bekam er nicht nur die Kontrolle über seinen eigenen Roboter gewährt – auf einer Weltkarte erschienen stattdessen immer mehr Geräte, die der KI-Experte steuern konnte.

Laut eigener Aussage handelte es sich um rund 7.000 Roboter, von denen er diverse Informationen abrufen konnte. Unter anderem sei es ihm möglich gewesen, sich vollständige Grundrisse von Wohnungen übermitteln zu lassen. Zeitweise habe er sogar Live-Kamerabilder der Roboter abrufen und Mikrofone nutzen können. Das heißt: Azdoufal war in der Lage, aus Tausenden Haushalten auf der ganzen Welt hochsensible Informationen abzurufen. Kriminelle hätten mit diesen Daten erheblichen Schaden anrichten können.

Azdoufal nutzte das Leck eigener Auskunft zufolge jedoch nicht aus, sondern alarmierte den Hersteller. Mittlerweile sei die Sicherheitslücke geschlossen, teilte DJI inzwischen mit. Eine vollständige Entwarnung gibt es jedoch nicht: Laut Azdoufal soll es weitere, noch offene Schwachstellen geben – über die er sich allerdings nicht detailliert öffentlich äußern werde.

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