Haftstrafe

Sie lebten 16 Monate lang im Hotel – ohne zu zahlen

Aktualisiert am 22.07.2026 – 09:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Berlin-Köpenick: Hier wohnte der Mann widerrechtlich monatelang in einem Hotel. (Quelle: A.Savin/FAL/Wikimedia Commons)

Ein 55-Jähriger erschlich sich über Monate eine Unterkunft. Das Gericht verhängt eine drastische Strafe.

Das Amtsgericht Tiergarten hat einen 55-Jährigen am Dienstag wegen besonders schweren Betrugs zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Mann hatte rund 16 Monate mit seiner Partnerin und zwei Kindern in einem Hotel in Berlin-Köpenick gewohnt, ohne zu zahlen.

Der Tatzeitraum erstreckte sich von April 2023 bis August 2024. Das Gericht ordnete zudem die Einziehung von 107.000 Euro an. Eine frühere Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren wegen Betrugs wurde einbezogen.

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Der Angeklagte habe eine Krebsbehandlung an der Berliner Charité und einen abgebrannten Wohnwagen erfunden, sagte die Vorsitzende Richterin. Er habe mit fingierten E-Mails eine Kostenübernahme durch einen Automobilclub vorgetäuscht. Das Hotel habe er „bewusst in die Irre geführt“.

Angeklagter spricht von Stalking

Der Mann begründete seine Tat auch damit, dass seine Partnerin von ihrem Ex-Mann gestalkt worden sei. Fremde Männer seien aufgetaucht, sagte der 55-Jährige. „Hals über Kopf haben wir die Wohnung verlassen.“ Sie seien von Nordrhein-Westfalen nach Berlin gezogen. „Ich dachte, ich könnte es regeln“, so der Angeklagte.

„Ich habe alle Register gezogen, man hat mir geglaubt“, gestand der 55-Jährige im Prozess. Gleichzeitig sah sein Verteidiger auch eine Mitschuld bei dem Hotel, das den Mann lange gewähren ließ. Sein Mandant sei nicht derjenige, „der sich auf Kosten anderer schwer bereichern will“. Das Gericht stellte fest: Dem Angeklagten sei es „relativ leicht gemacht“ worden.

Der Staatsanwalt hatte dreieinhalb Jahre Haft beantragt. Der Verteidiger plädierte auf zweieinhalb Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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