Ansteckung, Symptome, Therapie
Malaria: Wie gefährlich ist die Tropenkrankheit?
26.08.2026 – 12:25 UhrLesedauer: 3 Min.
Malaria ist vor allem aus den Tropen bekannt. Doch ein Todesfall nach einem Ausbruch am Frankfurter Flughafen zeigt: Die Krankheit kann auch in Deutschland auftreten.
Malaria ist eine Infektionskrankheit, die insbesondere in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt. Weltweit erkranken jedes Jahr mehr als 200 Millionen Menschen daran. In Deutschland werden etwa 1.000 Krankheitsfälle jährlich gemeldet, für gewöhnlich handelt es sich dabei um Reiserückkehrer. Vereinzelt kann es auch durch eingeschleppte, infizierte Mücken zu Erkrankungen kommen, oftmals an Flughäfen.
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Was ist Malaria?
Auslöser der Krankheit sind sogenannte Plasmodien. Dabei handelt es sich um einzellige Parasiten. Sie gelangen normalerweise durch den Stich einer infizierten weiblichen Anopheles-Mücke in den menschlichen Körper. Die Parasiten vermehren sich zunächst in der Leber und anschließend in den roten Blutkörperchen.
Malaria wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. In seltenen Fällen ist jedoch eine Übertragung über das Blut möglich, etwa durch infizierte Blutkonserven oder gemeinsam benutzte Spritzen.
Malaria: Welche Symptome treten auf?
Die ersten Beschwerden sind häufig unspezifisch. Typisch sind:
- Fieber
- Schüttelfrost
- Kopf- und Gliederschmerzen
- starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- teilweise Durchfall oder Erbrechen
Deshalb kann Malaria zunächst leicht mit einer Grippe oder einem Magen-Darm-Infekt verwechselt werden. Die ersten Symptome treten meist 10 bis 15 Tage nach einem infektiösen Mückenstich auf. Je nach Erreger kann die Zeit bis zum Ausbruch aber auch deutlich länger sein. Bei einigen Malariaformen kommt es zu wiederkehrenden Fieberschüben.
Warum kann Malaria tödlich sein?
Besonders gefährlich ist die Malaria tropica, die durch den Parasiten Plasmodium falciparum verursacht wird. Sie kann sich rasch zu einer schweren Erkrankung entwickeln. Mögliche Komplikationen sind unter anderem Blutarmut, Nierenversagen, Atemprobleme, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Ohne rechtzeitige Behandlung kann die Erkrankung tödlich verlaufen.
Andere Malariaformen verlaufen meist weniger schwer. Auch sie müssen jedoch behandelt werden, da manche Parasiten im Körper verbleiben und später erneut Beschwerden auslösen können.
Wie wird Malaria behandelt?
Malaria lässt sich mit Medikamenten behandeln, die gegen die Parasiten wirken. Welche Wirkstoffe eingesetzt werden, hängt unter anderem vom Erregertyp und vom Schweregrad der Erkrankung ab.
Bei einer unkomplizierten Malaria tropica kommen in Deutschland vor allem Kombinationen auf Basis von Artemisinin zum Einsatz, etwa Artemether/Lumefantrin. Als Alternative kann Atovaquon/Proguanil eingesetzt werden. Bei schweren Verläufen wird zunächst das Malariamittel Artesunat intravenös verabreicht.
Entscheidend ist, die Erkrankung möglichst früh zu erkennen. Wer nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet Fieber bekommt, sollte sich deshalb umgehend ärztlich untersuchen lassen und auf die Reise hinweisen.
Malaria: In Deutschland meist ein Reisemitbringsel
Deutschland ist kein Malariagebiet. Die meisten hier diagnostizierten Erkrankungen werden von Reisenden aus Ländern mit Malariaübertragung mitgebracht. Eine Übertragung durch eingeschleppte Mücken ist dagegen eine ausgesprochene Ausnahme. Das Robert Koch-Institut bezeichnet die sogenannte Flughafenmalaria als „sehr seltene“ Sonderform. Dabei kann eine infizierte Mücke beispielsweise mit einem Flugzeug oder Gepäck nach Deutschland gelangen und anschließend Menschen auf einem Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung stechen.
