„Maischberger“

Strack-Zimmermann verärgert über Merz – „eines Kanzlers unwürdig“


17.03.2026 – 03:53 UhrLesedauer: 4 Min.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei „Maischberger“: Kritik an Bundeskanzler Merz. (Quelle: IMAGO/Uwe Koch/imago)

Bei „Maischberger“ gibt es für Bundeskanzler Friedrich Merz Lob von ungewohnter Seite, aber auch einen ungewohnt scharfen Vorwurf aus dem liberalen Lager.

Außenpolitische Konflikte, innenpolitischer Reformdruck und Traditionsparteien auf der fast schon verzweifelten Suche nach alter Stärke. Sandra Maischbergers Talkrunde diskutierte am Montagabend entlang der aktuellen Kriege und Krisen darüber, wie die Politik auf Herausforderungen von historischer Tragweite reagieren kann. SPD-Urgestein Franz Müntefering brachte es für seine Partei auf eine ganz einfache Formel.

Zuvor machte TV-Moderator Jörg Pilawa für einige der offensichtlichsten Missstände die Versäumnisse der Vergangenheit verantwortlich. „Wir haben viel zu lange geglaubt, dass alles sicher ist“, erklärte er. So habe sich die Bevölkerung etwa während der Merkel-Jahre einlullen lassen und die Augen vor der konkreten Gefahr durch Putins Russland verschlossen.

Dass sich unter US-Präsident Donald Trump jetzt auch noch das Verhältnis zum wichtigsten Verbündeten, den USA, erheblich verschlechtert, interpretierte Pilawa zweckoptimistisch als Chance für Deutschland und Europa, endlich selbstständiger zu werden.

Den ersten Teil dieser Analyse bekräftigte die Journalistin Victoria Reichelt, indem sie sich selbst als Beispiel anführte. Sie sei als Kind der Merkel-Generation in dem trügerischen Bewusstsein groß geworden, dass für sie eigentlich immer nur alles besser werden könne.

„Das ist jetzt nicht mehr so“, erzählte die 29-Jährige, die auf dem Rückflug von Thailand mit anderen gestrandeten Touristen in einer Tiefgarage in Doha, der Hauptstadt Katars, festsaß und die iranischen Angriffe miterlebte. „Es gab Detonationen, es gab Druckwellen, die Scheiben klirrten“, so Reichelt. Da habe sie „ganz persönlich verstanden, dass die Welt jetzt eine andere ist.“

Die optimistischere zweite Hälfte von Pilawas Einschätzung stieß wiederum bei „t-online“-Politikchef Christoph Schwennicke auf Widerspruch „Ich glaube, dass das hier keine schöpferische Zerstörung ist, die wir erleben“, kommentierte der Journalist. Vielmehr könne er erschreckenderweise nachvollziehen, dass immer wieder – beispielsweise vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – gesagt werde, wir befänden uns vielleicht schon im Dritten Weltkrieg.

Zum einen seien die diversen Konflikte stark miteinander verwoben, zum anderen wiesen entscheidende Akteure ein hohes Maß an Unberechenbarkeit auf, darunter auch der US-Präsident, untermauerte Schwennicke seine Ansicht. Er riet vor diesem Hintergrund dringend davon ab, Trumps Erpressungsversuchen nachzugeben.

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