Straße von Hormus
Krieg im Nahen Osten: Lufthansa warnt vor Kerosin-Engpässen
04.04.2026 – 13:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Krieg im Nahen Osten bedroht die Kerosin-Versorgung der Airlines. Die Lufthansa warnt – und auch bei anderen Fluggesellschaften wachsen die Sorgen.
Die Lufthansa hat vor möglichen Engpässen bei der Versorgung mit Kerosin gewarnt. An einigen asiatischen Flughäfen sei die Verfügbarkeit von Flugkraftstoff bereits jetzt schwierig, sagte Grazia Vittadini, Vorständin für Technik, IT und Innovation, im Interview mit der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht der Nachrichtenagentur Reuters.
„Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden“, so Vittadini. Die Meerenge am Persischen Golf ist seit Beginn des Iran-Kriegs nicht mehr sicher zu passieren. Über sie wird ein großer Teil des weltweiten Öls transportiert. Weil die Route ausfällt, sind die Kerosinpreise teils um mehr als 100 Prozent gestiegen.
Gegen diesen Preisanstieg sei der Konzern nur teilweise geschützt, erklärte Vittadini. „Für unsere Passagier-Airlines wird der Ölpreisanstieg durch eine Absicherungsquote von 80 Prozent des Treibstoffbedarfs im laufenden Jahr noch weitgehend abgepuffert. Aber natürlich treffen auch uns die steigenden Kerosinpreise.“
Nicht nur die Lufthansa stellt sich auf schwierige Monate ein. Ryanair-Chef Michael O’Leary warnte dem Sender Sky News zufolge vor möglichen Flugstreichungen im Sommer. Der Anteil der gefährdeten Treibstoffversorgung liege bei zehn bis 25 Prozent. Sollte dieses Risiko eintreten, müsse Ryanair Kapazitäten reduzieren, so O’Leary.
Besonders hart trifft der Konflikt den Flugverkehr zwischen Europa und Asien. Die großen Drehkreuze am Golf – Dubai, Doha und Abu Dhabi – fallen weitgehend aus, Verbindungen werden seltener und teurer. Die skandinavische Airline SAS hat allein für April angekündigt, rund 1.000 weniger rentable Flüge zu streichen. Auch die Lufthansa prüft nach Informationen des „Handelsblatts“, bis zu 40 ältere Maschinen mit hohem Verbrauch stillzulegen.
Branchenvertreter warnen vor einem sich selbst verstärkenden Kreislauf: Ein knapperes Angebot treibe die Preise, höhere Preise dämpften die Nachfrage – und eine schwache Auslastung zwinge Airlines zu weiteren Streichungen. O’Leary äußerte sich dennoch vorsichtig optimistisch: Er erwarte, dass sich die Lage im Laufe des Jahres entspannen könnte.
