Ausstand in der Luftfahrt
Lufthansa: Piloten und Crews streiken am Donnerstag
Aktualisiert am 10.02.2026 – 19:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutschlands größter Luftfahrtgesellschaft droht ein Ausstand. Für Donnerstag ist ein Streik bei der Lufthansa angekündigt. Darum geht es Piloten und Crew.
Bei der Lufthansa gehen am Donnerstag Piloten und Flugbegleiter gleichzeitig in einen ganztägigen Streik. Während die Piloten laut Aufruf der Vereinigung Cockpit (VC) für höhere Betriebsrenten streiken, will die Kabinengewerkschaft Ufo einem Sprecher zufolge mit einem Warnstreik Verhandlungen zu verschiedenen Tarifverträgen erzwingen.
Nach ersten Angaben sollen Flüge der Kernmarke Lufthansa und der Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo bestreikt werden, die von deutschen Flughäfen aus starten, wie die VC am Dienstag mitteilte. Auch Anreisen von Cockpit-Beschäftigten zum Einsatzort, Bereitschafts- und Reservedienste sowie Simulatortrainings werden bestreikt.
Der letzte Pilotenstreik bei der Lufthansa war im vergangenen Herbst.
Die Piloten streiken für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben. Das Airline-Management lehnt höhere Betriebsrentenbeiträge wegen hoher Kosten und geringer Profitabilität der Premium-Fluglinie ab.
Ufo will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan. Laut einem Mitgliederrundschreiben würden Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum Manteltarifvertrag.
Unter den Schlagworten „Produktivität“ und „Flexibilität“ verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschränkte Planbarkeit des Privatlebens auswirken würden, kritisiert Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, mit denen die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten.
Gemeint ist hier die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben die etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hat vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklärten Ziel gegründet, dort zu kostengünstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die Crews weniger verdienen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann im Konzern Wachstum nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird.










