„Taktisch wird es keine Probleme geben“
Ex-Unioner sieht eine große Herausforderung für Eta
13.04.2026 – 07:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Union stellt mit Eta die erste Cheftrainerin der Bundesliga-Geschichte an. Ein Ex-Spieler erinnert sich an die Zusammenarbeit mit ihr.
Am Samstagabend verkündete Union Berlin überraschend die Trennung von Steffen Baumgart. Nicht minder unerwartet: Marie-Louise Eta, bisherige U19-Trainerin, übernimmt interimistisch bis zum Saisonende. Die 34-Jährige wird damit die erste Cheftrainerin der Bundesliga-Geschichte. Bereits vor drei Jahren war sie als Assistenzcoach bei Unions erster Mannschaft eingesprungen. Bei Lucas Tousart, damals noch Teil des Kaders, hat sie damals einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
„Sie stand den Spielern nahe, fungierte als Vermittlerin, wir mochten sie sehr. Sie konnte auf ihre eigene Erfahrung als Spielerin zurückgreifen und kannte die Gepflogenheiten in der Umkleidekabine“, berichtete der Franzose im Gespräch mit der „L’Équipe“. Von Etas Fähigkeiten als Trainerin ist er überzeugt: „Taktisch wird es keine Probleme geben.“
Was nicht heißt, dass Tousart keine Probleme erwartet. „Es geht eher um den zwischenmenschlichen Bereich“, sagte der Mittelfeldspieler von Stade Brest. Er verwies auf jene Profis, die vor drei Jahren schon in Unions Kader standen und Eta damals als Assistentin erlebt haben. „Sie wird Entscheidungen treffen, klar Stellung beziehen und etwas Abstand schaffen müssen. Das ist eine Rolle, die schwieriger zu bewältigen ist.“
Die Beförderung der Trainerin überrascht ihn unterdessen nicht grundsätzlich. Schon in der Saison 2023/24 hatte er „das Gefühl, dass der Präsident sie als potenzielle Nummer eins im Blick hatte“. Unions Plan sieht vor, dass Eta diese Rolle bis zum Saisonende innehat und anschließend die erste Frauenmannschaft übernimmt. „Aber wenn sie Ergebnisse erzielt …“, deutete Tousart an, dass er sich auch einen langfristigen Verbleib beim Herrenteam vorstellen kann.
Ob ein ähnlicher Schritt in Frankreich auch möglich sei, vermochte er nicht abzuschätzen. „Aber nach meinem Eindruck ist die Mentalität in Deutschland offener. In allen Trainerstäben, die ich hier kennengelernt habe, gab es immer Frauen, viel mehr als in Frankreich.“ Nun auch in leitender Funktion.











