Vergessene Funkstation

Lost Place mit Blick auf die Skyline von Frankfurt

30.03.2026 – 10:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Mauerreste gehören zu einer alten Radiostation in Frankfurt. Jetzt wurde hier eine Aussichtsplattform errichtet. (Quelle: Stadt Frankfurt )

Zerfallene Mauern, Graffiti und Streuobstwiesen – auf dem Heiligenstock in Frankfurt liegt ein fast vergessenes Stück Radiogeschichte. Jetzt rückt der Ort wieder in den Fokus.

Mitten im Frankfurter Grüngürtel liegt eine Ruine, die mehr erzählt als es auf den ersten Blick scheint. Jahrzehntelang wurde von hier aus Radiogeschichte geschrieben. Auf der Hochebene des Heiligenstocks im Frankfurter Norden stehen nämlich heute noch die Reste einer einst bedeutenden Sendeanlage. Übrig geblieben sind überwucherte Mauern, verstreute Betonfundamente und zwei kleine, farbig gestrichene Häuschen, die wie Fremdkörper aus der malerischen Streuobstlandschaft empor ragen.

Was heute wie ein Lost Place wirkt, war einst ein technisches Zentrum der Region. In den 1920er-Jahren sollte der hier errichtete Großsender die Reichweite des noch jungen Rundfunks in Frankfurt deutlich erhöhen – und übertraf die Erwartungen mehrfach. Von hier sendete „Radio Frankfurt“, das sich früh als Experimentierfeld verstand: Das erste Hörspiel, Live-Sportübertragungen und enge Kooperationen mit Theatern und Konzerthäusern gingen von hier aus auf Sendung.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs sprengten die Nationalsozialisten die Anlage in der Nähe der Friedberger Landstraße, damit sie nicht in die Hände der Alliierten falle. Wenige Tage später nahm die US-Armee den Sendebetrieb provisorisch wieder auf. 1947 wurde der Sender neu aufgebaut und zwei Jahre später an den Hessischen Rundfunk übergeben, der ihn bis 1967 nutzte. Danach verlor der Standort an Bedeutung, die Technik wurde abgebaut, zurück blieb die Hülle. Über Jahrzehnte verfiel die Anlage, ebenso wie Teile der umliegenden Streuobstwiesen.

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