„Loro Parque“ auf Teneriffa
Deutscher will heimatlose Orcas aufnehmen
17.02.2026 – 13:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Wal-Mutter und ihr Sohn leben seit der Schließung eines Marineparks in einem alten Betonbecken. Über ihre Rettung wird wieder diskutiert.
Im Streit um zwei an der Côte d’Azur in Gefangenschaft lebende Orcas drängt „Loro Parque“-Gründer Wolfgang Kiessling die französischen Behörden zu einer Entscheidung. Die Zeit für die Wale Wikie und Keijo werde knapp, sagte der deutsche Unternehmer jetzt im Podcast „Wild Voices“. „Der ‚Loro Parque‘ ist die einzige Lösung, um die beiden französischen Orcas vor dem Tod zu retten“, so Kiessling.
Das Team aus Meeressäuger-Experten und Tierärzten im „Loro Parque“ in Puerto de la Cruz auf Teneriffa verfüge über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Betreuung von Orcas. Die Arbeit des Tierparks sei außerdem vollständig mit der jüngsten französischen Gesetzgebung zu Walen und Delfinen vereinbar, sagte Kiessling, insbesondere im Hinblick auf Bildungs-, Forschungs- und Naturschutzprogramme.
Kiessling will Wikie und ihren Sohn Keijo nach Teneriffa holen. Derzeit leben die beiden Wale in einem alten Betonbecken des „Marineland Antibes“, das 2025 auf Betreiben von Tierschützern geschlossen worden war. Die beiden Orcas sind die einzigen noch im Park verbliebenen Tiere. In verschiedenen Medien wird beschrieben, dass sie dort in nicht idealen, teils verschmutzten Wasserverhältnissen schwimmen, weil Personal und Infrastruktur seit der Schließung stark reduziert wurden.
Seit der Schließung streiten Behörden, Tierschützer und Betreiber anderer Parks um Wikie und Keijo. Kiessling wirft bestimmten Tierschutzorganisationen vor, die öffentliche Debatte mit nicht umsetzbaren Vorschlägen zu prägen. Einige Organisationen hätten sich zu „Marketingunternehmen“ entwickelt, die Versprechen ohne wissenschaftliche oder technische Grundlage machten. „Es geht nicht um Geld. Es geht um Verantwortung und darum, das Leben von zwei Tieren zu retten“, so Kiessling.
Im Podcast äußerte Kiessling seine Bereitschaft, direkt mit französischen und europäischen Behörden zusammenzuarbeiten, um die sofortige Verlegung von Wikie und Keijo zu organisieren. Er garantiere geeignete Unterbringung und fachkundige Betreuung. „Wenn Frankreich es genehmigt, handeln wir sofort.“
Die französische Regierung hatte im Dezember 2025 entschieden, dass Wikie und Keijo in ein Wal-Schutzgebiet in Nova Scotia (Kanada) transferiert werden sollen, sobald das Schutzgebiet bereit ist. Dieser Umzug könnte im Sommer 2026 stattfinden, hieß es. Informationen darüber, ob das Schutzgebiet bis dahin tatsächlich fertig wird, gibt es nicht.










