Bisher kaum behandelbar

Long Covid – ein Stimmungsaufheller könnte helfen


01.04.2026 – 14:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Mann blickt müde aus dem Fenster (Symbolbild): Anhaltende Erschöpfung gehört zu den häufigsten Beschwerden bei Long Covid. (Quelle: ozgurcankaya/getty-images-bilder)

Menschen mit Long Covid leiden unter starker Erschöpfung. Eine neue Studie legt nahe, dass ein Mittel gegen Depressionen die Symptome lindern könnte.

Manche Menschen erholen sich nicht vollständig von einer Coronainfektion. Sie leiden an ständiger Müdigkeit und tiefer Erschöpfung, sind weniger belastbar und klagen über „Brain fog“, also Denk- oder Konzentrationsstörungen – und das nicht selten noch Monate oder sogar Jahre nach der eigentlichen Erkrankung.

„Long Covid“ werden diese anhaltenden Beschwerden genannt. Wirksam behandeln lassen sie sich bislang nicht. Nun weckt eine Studie neue Hoffnung: Zumindest die krankhafte Erschöpfung – fachsprachlich Fatigue genannt – lässt sich möglicherweise mildern. Nicht etwa durch ein neuartiges Medikament, sondern durch ein lange bekanntes Mittel, das aktuell zur Behandlung depressiver Erkrankungen und Zwangsstörungen zum Einsatz kommt: Fluvoxamin. Wie die Forscher schreiben, weist es neben seiner antidepressiven Wirkung auch entzündungshemmende Eigenschaften auf.

An der Untersuchung nahmen 399 Erwachsene mit Long Covid teil, deren Fatigue mindestens drei Monate nach einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion anhielt. Das Ausmaß ihrer Erschöpfung erfassten die Forschenden mit einem standardisierten Fragebogen. Darin gaben die Teilnehmer zu Beginn der Studie an, wie sehr Müdigkeit und Energiemangel ihren Alltag beeinträchtigen. Jede Antwort wurde auf einer Skala von 1 bis 7 bewertet: Niedrige Werte stehen für geringe Beschwerden, hohe Werte für schwere Erschöpfung.

Anschließend wurden die Testpersonen nach dem Zufallsprinzip auf drei Gruppen verteilt: Eine Gruppe nahm zwei Monate lang das Antidepressivum Fluvoxamin ein, eine zweite das Diabetesmedikament Metformin. Die dritte Gruppe erhielt ein sogenanntes Placebo, also Tabletten ohne Wirkstoff, die so aussahen wie die echten Medikamente.

Nach der Behandlung ermittelten die Forscher, wie stark sich die Fatigue in den verschiedenen Gruppen verändert hatte. Dabei zeigte sich: Diejenigen, die Fluvoxamin eingenommen hatten, fühlten sich deutlich weniger erschöpft – auch im Vergleich zur Placebogruppe.

Am Anfang hatten die Fatigue-Werte im Durchschnitt bei etwa 5,6 bis 5,9 Punkten gelegen, was auf eine stark ausgeprägte Fatigue hinweist. Nach zwei Monaten lag der Wert im Durchschnitt um etwa 0,43 Punkte niedriger als bei den Teilnehmern ohne Wirkstoff. Drei Monate nach Beginn der Behandlung war der Unterschied sogar noch etwas größer. Zudem erreichten mehr Teilnehmer aus der Fluvoxamin-Gruppe wieder Werte unter 3, die nach Einschätzung der Forscher für eine abgeklungene Fatigue sprechen. Und auch die subjektiv empfundene Lebensqualität der Probanden verbesserte sich unter Fluvoxamin.

Das Diabetesmedikament Metformin hingegen erwies sich als nutzlos. Weil sich schon früh in der Studie abzeichnete, dass das Medikament wahrscheinlich keinen Effekt hat, wurde dieser Teil der Untersuchung sogar vorzeitig beendet.

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