Es gibt Hunderte Mineralstoffe. Einige davon sind für den Körper lebensnotwendig – er kann sie aber nicht selbst herstellen. Auf welche es dabei ankommt, erklärt unsere Kolumnistin.
Neben Vitaminen verlangt unsere Körpermaschine auch Mineralien – einige gern in etwas größeren Mengen, wie etwa Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Phosphor oder Chlorid. Andere dagegen braucht er nur in eher geringer Dosierung. Das sind die Spurenelemente. Mineralstoffe und Spurenelemente sind lebensnotwendig für unseren Körper: für den Aufbau von Zellen, Gewebe, Knochen und Zähnen, oder auch für funktionierende Muskeln und Nerven.
Zu den lebenswichtigen winzigen Helfern zählen neben den obigen sechs zusätzlich noch Eisen, Zink, Jod, Selen, Kupfer, Mangan und Molybdän. Auch Fluorid und Chrom sind essenziell: Fluorid kann im Kontakt die Zähne stärken, und Chrom spielt eine Rolle im Zucker- und Fettstoffwechsel. Dazu kommen sogenannte Ultraspurenelemente wie Bor, Silizium und Lithium, die der Körper nur in kleinsten Mengen benötigt.
Generell sind Mineralien wichtige Co-Faktoren für Enzyme, zum Sauerstofftransport, ein reibungslos funktionierendes Immunsystem und für die Gesamtwirkung unserer Hormone. Die Entgiftung unseres Körpers, die Zellteilung, das Zellwachstum und die Nerven- und Muskelaktivität: Sie alle sind abhängig von Mineralien und Spurenelementen.
Trotzdem gilt, ähnlich wie bei den Vitaminen, keineswegs der Grundsatz „Viel hilft viel“. Ihre volle, gesundheitsfördernde Wirkung können die Substanzen nur in einer ausgewogenen Gesamtkomposition in unserem Körper ausspielen.
Bereits ein leichter Mangel eines oder einiger Mineralien kann bei einzelnen Stoffen zu Einschränkungen in unserer kognitiven Leistungsfähigkeit führen. Das betrifft die gesamte Funktionsweise und Effektivität unseres Gehirns. Wenn es Ihnen Probleme bereitet, Sachverhalte oder Zusammenhänge zu durchdringen, Neues zu erlernen, oder wenn es mit der flüssigen Rede nicht mehr so klappt, liegt hier vielleicht eine Unterversorgung vor.
Aber auch Überdosierungen sollten Sie vermeiden, denn die Folgen können von unangenehm bis gesundheitsgefährdend reichen. Dazu ein Beispiel: Einer meiner Patienten, an sich fit und gesund, litt seit geraumer Zeit an Magen-Darm-Beschwerden – ohne dass Magen- oder Darmspiegelungen Auffälligkeiten zeigten. Deshalb führten wir eine Mikronährstoffanalyse im Blut durch. Besorgt rief ich ihn wenig später an: Er hatte den allerhöchsten Bor-Wert im Blut, den ich je in meiner Praxis gesehen hatte.
Das chemische Element Bor kann in zu großen Mengen unterschiedliche Vergiftungssymptome im Magen-Darm-Bereich auslösen: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen sind erste Anzeichen. Ebenso kann es zu Hormonstörungen, Nervenschädigungen, Leber- und Nierenschäden oder zu Hautreizungen kommen. Bor ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln und auch im Trinkwasser enthalten, jedoch nur in kleinen Mengen und jenseits der Gefahr einer Vergiftung.











