Die litauische Premierministerin Inga Ruginienė besuchte Baku, um das wirtschaftliche und politische Engagement Litauens mit Aserbaidschan durch Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Handel, Sicherheit und Verkehrsanbindung auszubauen, da beide Länder versuchen, die sektorbezogenen Beziehungen zwischen dem Südkaukasus und der Europäischen Union zu stärken.
Während ihres Besuchs in Baku betonte Premierministerin Inga Ruginienė die Bedeutung engerer politischer und wirtschaftlicher Beziehungen in einem volatilen geopolitischen Umfeld.
„Die Hauptpriorität eines Besuchs in Aserbaidschan besteht darin, unsere Freundschaft zu stärken, denn heute, in einer sehr dynamischen geopolitischen Situation, ist es von entscheidender Bedeutung, mehr Freunde zu haben, die einander nahe stehen“, sagte der litauische Staatschef.
Sie unterstrich auch die Breite der Zusammenarbeit zwischen den Ministerien der Länder, die sich über mehrere Sektoren erstreckt, darunter Energie, Bildung, Landwirtschaft und Verteidigung.
„Jeder unserer Minister hat viele Themen, über die er mit den Ministern der verschiedenen Sektoren Aserbaidschans sprechen kann. Wir können mit der Energie beginnen, dann mit der Bildung, aber auch mit dem Agrarsektor und der Verteidigung“, sagte Ruginienė.
„Sicherheit ist für beide Länder wichtig, deshalb investieren wir viel in die Verteidigung und wir wissen, dass Aserbaidschan in diesem Bereich über verbesserte Technologien verfügt“, erklärte sie.
„Der Austausch von Erfahrungen und Technologien ist sehr, sehr wichtig, und ich denke, dass dies ein Bereich ist, in dem wir gute Diskussionen führen können.“
„Die Zukunft ist eine sehr starke Freundschaft. Wenn man eine schwierige Zeit durchmacht, ist es sehr nützlich, einen Freund zu haben, den man anrufen und der sich gegenseitig unterstützen kann“, erklärte Ruginienė.
Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Energie und Verkehr
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit bleibt ein zentraler Pfeiler der bilateralen Beziehungen, wobei beide Seiten Möglichkeiten zur Ausweitung des Handels und der Zusammenarbeit in den Bereichen Logistik, Landwirtschaft, digitale Dienstleistungen und industrielle Entwicklung prüfen.
Aserbaidschans Rolle als regionaler Verkehrsknotenpunkt zwischen Europa und Asien wird weiterhin als strategisch wichtig für die Wirtschaftsinteressen Litauens angesehen.
Energie bleibt einer der wichtigsten Bereiche der Zusammenarbeit, insbesondere im Kontext der europäischen Bemühungen zur Diversifizierung der Energieversorgung.
Neben der klassischen Energieversorgung stehen zunehmend erneuerbare Energien, Energieeffizienz und grüne Transformationstechnologien im Fokus der Diskussionen.
Auch die Verkehrsanbindung gewinnt an Bedeutung, insbesondere durch die Entwicklung des Mittleren Korridors, der als wichtiges logistisches Ost-West-Gateway gilt und Teil des langfristigen Konnektivitätsengagements zwischen dem Südkaukasus und der EU ist.
Aserbaidschans Position als regionaler Knotenpunkt zwischen Europa und Asien wird weiterhin als strategische Chance für litauische Unternehmen hervorgehoben, die Zugang zu größeren Märkten suchen.
Der litauische Botschafter in Baku, Kęstutis Vaškelevičius, sagte Euronews am Donnerstag, dass Vilnius während der nächsten EU-Ratspräsidentschaft Litauens auf ein umfassenderes Engagement mit Aserbaidschan drängen werde.
„Litauen leistet als Mitglied der Europäischen Union einen großen Beitrag, und für uns ist der Dialog zwischen der EU und Aserbaidschan sehr wichtig“, sagte Vaškelevičius.
„Nächstes Jahr, 2027, wird Litauen Präsident des EU-Rates sein, und wir versuchen, diese Dynamik zu nutzen und dieses Mal die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Aserbaidschan weiter zu stärken und voranzutreiben, was für beide, die EU und Aserbaidschan, sehr wichtig ist“, sagte der Botschafter.
Energie bleibt einer der wichtigsten Bereiche der Zusammenarbeit, insbesondere im Kontext der Diversifizierungsstrategie Europas.
Die Rolle Aserbaidschans als etablierter Energielieferant für europäische Märkte untermauert weiterhin die bilateralen Beziehungen.
Neben der traditionellen Energiekooperation diskutieren beide Seiten zunehmend über Möglichkeiten in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und grüne Technologien, die alle auf die umfassenderen Klima- und Transformationsziele der EU abgestimmt sind.
