Journalist Veit Medick warf ein, der Staat als Unternehmer sei „reihenweise gescheitert in den vergangenen Jahren“. Er nannte die gescheiterte Chipfabrik in Magdeburg und Batteriehersteller. Medick hatte Friedrich Merz zuvor bei Politico „eine gewisse Lust am Untergang“ attestiert. Bei Lanz erklärte er, was er damit meinte.
Der Kanzler eskaliere in bestimmten Situationen selbst, „statt sie herunterzukochen“. Dass Merz am Vorabend eines Sozialgipfels gesagt habe, seine Geduld mit der SPD sei zu Ende, zeige die Belastung.
Medick: „Merz ist „relativ einsam gerade“
„Atmosphärisch zeigt das, wie stark Friedrich Merz unter Druck steht“, sagte Medick. Er habe keinen Spielraum mehr, den eigenen Leuten Kompromisse zu vermitteln. „Machtpolitisch ist er sozusagen relativ einsam gerade.“ Gleichzeitig habe Merz nichts zu verlieren. „Er ist 70 Jahre alt. Keiner hätte geglaubt, dass er nochmal Bundeskanzler wird“, sagte Medick. Das verleihe ihm „eine große Freiheit, auch klare Ansagen zu machen“.
Auch über die CSU wurde gesprochen. EU-Parlamentspräsident Manfred Weber hatte Parteichef Söder in einem Brief öffentlich kritisiert. Blume ging auf Distanz. „Der hat seine Liebe zum Brief entdeckt“, sagte er. Seit Webers gescheiterter Kandidatur für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten sei er „irgendwie so ein bisschen von der Rolle“.
Am Ende ging es um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Die AfD liegt in Umfragen bei fast 40 Prozent. Eine Kooperation zwischen CDU und der Linken könnte nötig werden. Schwerdtner sagte, ihre Partei werde „alles tun, damit die AfD nicht an die Schalthebel der Macht kommt“. Einen „Blankoscheck“ für die CDU werde es aber nicht geben. Medick prognostizierte eine „Zerreißprobe“ für die Union. Der Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linken existiere „eigentlich nur noch auf dem Papier“.
Theveßen: „Tiefes Zerwürfnis“ zwischen Trump und Netanjahu
Zu Beginn der Sendung hatte ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen aus Mexiko über den Iran-Konflikt berichtet. Die USA hatten Vergeltung für den Abschuss eines Hubschraubers geübt. Trump kündigte weitere Schläge an und führte diese in der Nacht zum Donnerstag auch durch. „Die amerikanischen Medien notieren, dass Donald Trump ja schon 37 Mal gesagt habe, dass dieser Krieg kurz vor dem Ende steht“, sagte Theveßen. Davon sei nichts zu sehen. Der Iran habe nach den US-Schlägen „eine Reihe von Zielen in Kuwait, in Bahrain und auch in Jordanien angegriffen“.
