Wahl in Berlin
Linke auch in erster Hochrechnung deutlich vor der CDU
Aktualisiert am 20.09.2026 – 18:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus zeichnet sich die Linkspartei klar als stärkste Kraft ab. Das BSW muss auch nach der ersten Hochrechnung zittern.
Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin liegt die Linke nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF klar vorn. Die Partei mit Spitzenkandidatin Elif Eralp kommt auf 24,8 bis 25,8 Prozent (Wiederholungswahl 2023: 12,2 Prozent). Die CDU, die bisher mit Kai Wegner den Regierenden Bürgermeister stellt, erreicht mit ihrem Spitzenkandidaten Stefan Evers demnach mit 20,0 Prozent (28,2 Prozent) Platz zwei.
Die Grünen kommen auf 15,0 bis 15,4 Prozent (18,4 Prozent), die AfD steht bei 13,8 bis 15,7 Prozent (9,1 Prozent). Für die SPD werden demnach 12,0 Prozent (18,4 Prozent) prognostiziert. Das BSW landet bei 5,0 Prozent und würde nach diesem Stand die Fünfprozenthürde und damit den Einzug ins Parlament ganz knapp schaffen. Die Hochrechnungen bestätigen damit die ersten Prognosen.
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„In unserer Stadt hat die Liebe gewonnen“
Die Berliner Grünen streben nun eine rot-grün-rote Koalition an. „Wir wollen jetzt Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit SPD und Linken ein progressives Bündnis für Berlin schmieden“, erklärten die beiden Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai nach der Wahl in Berlin.
Linke-Spitzenkandidatin Eralp bedankte sich bei ihren Anhängern für ihr Wahlergebnis. „Ab heute verändern wir gemeinsam unser Berlin und machen daraus einen besseren Ort“, sagte Eralp bei der Wahlparty ihrer Partei. „In unserer Stadt hat die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass gewonnen und dieses Signal geht raus in die Welt.“
Merz äußert sich nach Wahlprognosen
Eralp bedankte sich bei den 19.000 Mitgliedern ihrer Partei in Berlin und bei den „vielen, vielen anderen Menschen, die uns unterstützt haben, weil sie Hoffnung auf ein besseres, ein bezahlbares Berlin, wo alle Menschen in Würde leben kommen, hatten“.
Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat das Abschneiden seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl als „katastrophales Ergebnis“ bezeichnet. „Es ist eine Zäsur für die Berliner SPD. Wir waren über Jahrzehnte die Berlin-Partei. Heute kann man nicht mehr sagen, dass wir es sind“, sagte Krach zu den ersten Prognosen.
Friedrich Merz hat in einer ersten Reaktion auf die Wahlprognosen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, als Kanzler und CDU-Chef an den Reformen der schwarz-roten Bundesregierung weiter arbeiten zu wollen. „Die Reformen müssen kommen“, sagt er nach Schließung der Wahllokale in beiden Bundesländern. „Ich übernehme diese Verantwortung, denn ich möchte dieses Land voranbringen.“ Die Reformen seien das Mittel „gegen das autoritäre Gift, das in die Gesellschaft einsickert“.