Linda Zervakis
„Ich habe mir die Seele aus dem Leib geschrien“
09.07.2026 – 02:43 UhrLesedauer: 3 Min.
Bei Elmo blickt Linda Zervakis zurück: auf die Kindheit im Kiosk und eine Entscheidung, für die sie viele schlaflose Nächte brauchte. Was sie damals wagte.
Moderatorin Linda Zervakis hat in Elmos neuem Videopodcast „Elmo – und Du so?“ offen über Ängste, Mut und ihre Kindheit gesprochen. In der Folge befragt das kleine rote Monster aus der Sesamstraße die frühere Tagesschau-Sprecherin und lässt sie dazu Themen-Bilder aus einem Goldfischglas ziehen, die Elmo selbst gemalt hat. Die aktuelle Folge ist in der Mediathek hinterlegt. Neben Zervakis gehören unter anderem Susanne Daubner, Max Mutzke, Evelyn Weigert und Sükrü-Can Fener zu den ersten Gästen.
Zum Auftakt der neuen Podcast-Reihe zeigt sich Elmo nervös: Es sei sein erstes Mal, und Zervakis sein allererster Gast. Die Journalistin steigt mit einer Anekdote über das Neulernen ein. Erst kürzlich habe sie noch einmal einen Schwimmkurs belegt, um besser zu werden, gemeinsam mit einem Schwimmtrainer und acht weiteren Teilnehmern. Vier Stunden habe die Gruppe im Wasser verbracht. Bislang beherrsche sie nur das Brustschwimmen, berichtet sie.
Linda Zervakis‘ Absprung von der Tagesschau in Hamburg
Auch von anderen Neuanfängen berichtet sie. Nach langer Zeit an einem Arbeitsplatz habe sie sich immer wieder für etwas Neues entschieden, zuletzt, als sie die Tagesschau in Hamburg verließ. Ein Angebot eines anderen Fernsehsenders habe sie viele schlaflose Nächte gekostet. Am Ende habe sie sich getraut: „Wenn ich es jetzt nicht mache, werde ich es nie tun“, schildert Zervakis ihren damaligen Gedanken.
Dass sie nicht immer mutig ist, räumt sie ebenfalls ein. Für einen Dokumentarfilm habe sie sich an einem Hochhaus an Seilen gesichert rund 100 Meter in die Tiefe bewegen müssen. „Und ich habe mir wirklich die Seele aus dem Leib geschrien“, erinnert sie sich. Dreimal habe sie die Szene drehen müssen, beim ersten Mal habe sie geglaubt, es nicht zu schaffen. Der Grund für die Aktion sei ihr Beruf: Im Fernsehen wirke manches eindrucksvoller, als wenn man es nur von einem Blatt Papier ablese.
Linda Zervakis: Vom Namensspott bis zum Kiosk
Auch über ihren Namen spricht Zervakis. In der Schule sei sie damit mehr geärgert worden als heute, etwa als „Zervelatwurst“. Wegen ihrer griechischen Wurzeln, beide Eltern stammen aus Griechenland, hätten Mitschüler sie zudem „Tzatziki“ genannt.

Aufgewachsen ist die Moderatorin in einem Kiosk im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Der Zugang zu allen Süßigkeiten sei ein Vorteil gewesen: Gemeinsam mit ihrem Bruder habe sie stets die Neuheiten aus der Werbung getestet und entschieden, was „top und was flop“ war. Bis zu ihrem 28. Lebensjahr habe sie dort mitgearbeitet, harte Arbeit, wie sie betont. Ihre Mutter habe den Laden zeitweise allein geführt und täglich von sechs bis 21 Uhr gearbeitet, auch am Wochenende. Den Kiosk gibt es nicht mehr: Nachdem das Ladenöffnungsgesetz gekippt worden sei, hätten die umliegenden Supermärkte länger öffnen dürfen, und bei oft günstigeren Preisen kamen weniger Kunden.










