Seine Mutter pflegte seinen Vater
Joachim Llambi spricht über Schicksalsschlag in der Kindheit
01.06.2026 – 11:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei „Let’s Dance“ ist Juror Joachim Llambi für seine Strenge bekannt. In einem Interview zeigt er nun eine andere Seite.
Im Gespräch mit „Bild“ erzählt der „Let’s Dance“-Star, was ihn als Kind geprägt hat. Als Joachim Llambi elf Jahre alt war, erhielt sein Vater Narciso die Diagnose Gehirntumor. Eine Operation war unausweichlich. Die Überlebenschance war gering: Llambi zufolge lag die Wahrscheinlichkeit, dass sein Vater den Eingriff nicht überstehen würde, bei 90 Prozent.
Kurz vor der Operation habe der Arzt seiner Mutter gesagt: „Ich kann für nichts garantieren, ob Ihr Mann noch einmal aufwacht.“ Doch Narciso Llambi überlebte. Der Tumor ließ sich allerdings nicht vollständig entfernen. „Der Tumor war so groß wie eine Orange“, erinnert sich Llambi. „Entfernt werden konnten nur 60 Prozent. Es war von Anfang an klar, dass mein Vater nie gesund werden würde.“
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Narciso Llambi verlor sein Kurzzeitgedächtnis, wurde schnell müde und erblindete zu 98 Prozent. Eine normale Jugend mit seinem Vater habe er nicht gehabt, sagt Joachim Llambi. „Auch wenn er natürlich nicht mehr der war, den ich vorher kannte. Aber es bleibt ja immer der Vater.“
Llambis Mutter Ingrid war 35 Jahre alt, als ihr Mann erkrankte. Sie arbeitete als Buchhalterin und pflegte ihn gleichzeitig zu Hause. „Nach wenigen Jahren sah sie aus wie 65“, sagt Joachim Llambi. Dennoch habe sie versucht, ihm alle Möglichkeiten zu geben, Kind und Jugendlicher zu sein.
„Wir wussten, dass wir loslassen mussten“
Acht Jahre lang lebte die Familie mit dem Wissen, dass die Zeit begrenzt war. Als Llambi 19 Jahre alt war, starb Narciso Llambi schließlich. Den Tod seines Vaters habe er nicht als traumatisch empfunden, sagt Joachim Llambi. „Wir konnten uns ja viele Jahre darauf vorbereiten. Wir wussten, dass wir loslassen mussten.“ Für seinen Vater sei es „irgendwann auch eine Erlösung“ gewesen.
Bis heute vermisst Joachim Llambi seinen Vater. Besonders in der Pubertät habe ihm väterlicher Rat im Alltag gefehlt. Die Verbindung zu ihm spüre er heute vor allem an bestimmten Orten, etwa im Fußballstadion in Barcelona. „Ich denke oft: Wie schön wäre es, jetzt meinen Papa anrufen zu können.“
