Gerade das macht dann den Unterschied zu Torhütern wie Noah Atubolu vom SC Freiburg oder Finn Dahmen vom FC Augsburg aus. „Wir haben uns für Jonas entschieden, weil er jetzt 25 Spiele für so einen großen Klub gemacht hat, das ist für das Alter außergewöhnlich“, erklärte Nagelsmann folgerichtig bei der Pressekonferenz zur Kadernominierung.

Und sagte weiter: „Er hat eine große Perspektive im deutschen Fußball“ – er wird schließlich auch erkannt haben: Wenn alles so weiterläuft, wird Urbig irgendwann Neuer als Stammtorwart bei den Bayern ersetzen – und ist dann auch ein Kandidat, wenn der bald 36-jährige Oliver Baumann in der DFB-Elf Schluss macht.

Weitaus unsicherer sind die Aussichten für einen ehemaligen Teamkollegen von Urbig beim FC Bayern: Denn zwar ist Leroy Sané nun wieder mit dabei im Kreis der Nationalmannschaft – aber unter welchen Bedingungen?

Sie erinnern sich, wie Nagelsmann nach dessen Wechsel vom FC Bayern zu Galatasaray in die Türkei die Wettbewerbsfähigkeit der dortigen Liga infrage stellte und starke Leistungen von Sané einforderte? Ein gutes Dreivierteljahr später spielt Sané in Istanbul eine Saison, wie man sie von ihm auch schon aus Zeiten bei den Bayern kannte: Wechselhaft, mit Höhen und Tiefen und vor allem nicht immer konstanten Leistungen. 21 Einsätze, 6 Tore, 4 Vorlagen in der Süper Lig – das ist nur Durchschnitt, so deutlich muss man das sagen.

Aber für mich ist klar, was Nagelsmanns Plan mit Sané ist: Er wird ihn jetzt bei diesen Länderspielen gegen die Schweiz und Ghana genau beobachten und dann seine endgültige Entscheidung treffen. Denn tatsächlich ist Sané längst nicht mehr gesetzt in der deutschen Nationalmannschaft, sondern nur noch ein Wackelkandidat.

Und Sané wird auch selbst wissen: Das ist vielleicht sogar seine letzte Chance, mit der DFB-Elf an einem großen Turnier teilzunehmen – sein selbst erklärtes großes Ziel. Und daraus muss er jetzt unbedingt seine Motivation ziehen. Wann, wenn nicht jetzt endlich? Sané ist 30 Jahre alt, die Zeit wird langsam knapp. Deshalb muss er jetzt kämpfen – sonst ist es zu spät.

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