4. Strengere Ziele für LDL-Cholesterin
Die Leitlinie verschärft auch die Zielwerte. Erwachsene mit mittlerem Risiko sollen demnach ihr LDL unter 100 mg/dl senken. Bei hohem Risiko empfehlen Experten Werte unter 70 mg/dl. Wer bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte, sollte sogar unter 55 mg/dl kommen.
Zur Behandlung hoher Blutfettwerte setzen Ärzte meist Statine ein. Diese Medikamente hemmen die körpereigene Cholesterinproduktion. Reicht das nicht aus, kommen weitere Wirkstoffe wie Ezetimib oder sogenannte PCSK9-Hemmer zum Einsatz. Diese senken das LDL zusätzlich.
5. HDL verliert an Bedeutung
Das „gute“ HDL-Cholesterin galt lange als Schutzfaktor. HDL transportiert Cholesterin aus den Gefäßen zurück zur Leber. Die neue Leitlinie stuft seine Bedeutung jedoch deutlich herunter. Ein hoher HDL-Wert allein schützt laut den Experten nicht zuverlässig vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die neue Leitlinie stammt aus den USA und lässt sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen. Hier orientieren sich Ärzte an europäischen Empfehlungen, die andere Bevölkerungsstrukturen und Risikoprofile berücksichtigen.
Trotzdem liefern die US-Daten wichtige Impulse. Sie basieren auf großen Studien und zeigen, wie stark Prävention wirken kann. Frühzeitige Tests, die Messung zusätzlicher Blutwerte und genauere Berechnungen sollen helfen, Herzkrankheiten zu verhindern, bevor sie entstehen. Auch in Deutschland könnte die Gesundheitsversorgung künftig dahin gehen, Risiken früher zu erkennen und konsequenter zu behandeln – mit Lebensstiländerungen und, wenn nötig, Medikamenten.










