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Home » Leihmutterschaft: Ein ethisches Dilemma
Politik

Leihmutterschaft: Ein ethisches Dilemma

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 21, 2026
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Leihmutterschaft: Ein ethisches Dilemma

Pro und Kontra

Leihmutterschaft: Ein ethisches Dilemma

Aktualisiert am 21.07.2026 – 14:36 UhrLesedauer: 4 Min.

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Viele Menschen wünschen sich, ein Leben mit Kindern zu führen. (Archivbild) (Quelle: Fabian Strauch/dpa/dpa-bilder)

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Die Elternschaft des CDU-Politikers Jens Spahn hat politischen Wirbel ausgelöst. Aber die gesellschaftliche Debatte über Leihmutterschaft beginnt erst. Einige Argumente.

Es ist ein Dilemma, eine heikle Frage ohne richtige Antwort, ein Thema, das die wenigsten kaltlässt. Dass der CDU-Politiker Jens Spahn und sein Mann ihren Kinderwunsch mit Hilfe einer Leihmutter in den USA erfüllten, erregt seit Tagen die Gemüter – aus politischen, aber auch aus ethischen Gründen.

Eine offene gesellschaftliche Debatte über Leihmutterschaft sei fällig, findet der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Helmut Frister. Auch er selbst hat keine einfache Antwort, ebenso wenig wie der Ethikrat. Aber: „Man sollte diese Debatte führen“, sagt er dem Deutschlandfunk. „Und man muss halt dann überlegen, welche Güter sich da gegenüberstehen.“

Was also sind die Argumente für eine Zulassung der Leihmutterschaft in Deutschland, die derzeit über das Embryonenschutzgesetz verboten ist? Und was spricht dagegen, die Rechtslage zu ändern? Ein Pro und Kontra.

Argumente für die Zulassung

Kinderwunsch

Ein Leben mit Kindern zu führen, ist für viele Menschen ein Herzenswunsch. Das sei kein „Lifestyle-Problem“, sagt Frister, „sondern dieser unerfüllte Kinderwunsch ist für viele existenziell und kann das Lebensglück bedrohen“. Für ungewollt kinderlose Frauen bleibt auch in Deutschland die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung. Kommt trotzdem keine Schwangerschaft zustande, ist eine Adoption denkbar. Das gilt auch für verheiratete homosexuelle Paare.

Eine Leihmutter wäre wohl ohnehin nur für wenige Paare eine Option. Eine Rechtsänderung brächte ihnen einen legalen Weg, einen nachvollziehbaren Lebenstraum zu erfüllen. Der Gesetzgeber könnte dabei klare Vorgaben machen, um alle Beteiligten bestmöglich zu schützen.

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Von Leihmüttern ausgetragene Kinder entwickeln sich Studien zufolge gut. (Symbolbild) (Quelle: Patrick Seeger/dpa/dpa-bilder)

Mit Blick auf die Kinder prüfte eine von der damaligen Ampel-Koalition eingesetzte Kommission zur Reproduktionsmedizin 2024 die Studienlage und kam zu dem Schluss: „Im Wesentlichen zeigen diese Studien, dass die Kinder nach Leihmutterschaft – ebenso wie die anderen Kinder – insgesamt als wenig auffällig erscheinen.“

Abhängigkeit vom Ausland

Derzeit sei es „ein bisschen so, dass die gesamte Gesellschaft da das Problem ins Ausland verlagert“, sagt Frister. Leihmutterschaft ist in mehreren Bundesstaaten der USA zulässig, ebenso in Ländern wie der Ukraine. Wer genug Geld hat, kann diesen Umweg wählen. Die Gesamtkosten in den USA lagen einer Studie zufolge schon 2022 bei bis zu 200.000 Dollar (derzeit rund 175.000 Euro). In der Ukraine gibt es Angebote für etwa 50.000 Euro.

Diesen Umweg über das Ausland „finde ich falsch“, sagt die SPD-Abgeordnete Carmen Wegge. „Gerade im Ausland finden Leihmutterschaften häufig in einem rechtlichen Umfeld statt, das Frauen nur unzureichend vor gesundheitlicher und finanzieller Ausbeutung schützt. Diese soziale Schieflage halte ich für hochproblematisch.“

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