Rettungseinsätze ohne Not
Kanaren: Leichtsinnige werden demnächst zur Kasse gebeten
12.02.2026 – 12:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Immer mehr Menschen lösen auf den Kanarischen Inseln Rettungseinsätze aus. Diese sind teuer und nicht immer gerechtfertigt.
Auf den Kanarischen Inseln könnten sowohl Touristen als auch Einheimische künftig zur Kasse gebeten werden, wenn sie durch grob fahrlässiges Verhalten einen Rettungseinsatz auslösen. Die Regionalregierung arbeitet an einem neuen Gesetz, das Geldstrafen vorsieht, wenn Rettungseinsätze durch Leichtsinn statt durch einen Unglücksfall ausgelöst werden.
Fernando Figuereo, Generaldirektor für Notfälle der kanarischen Regierung, bestätigte gegenüber den Medien, dass der Entwurf für ein neues Gesetz zum Zivil- und Katastrophenschutz einen „Sanktionsmechanismus für Rettungseinsätze aufgrund von Unvorsichtigkeit“ vorsieht. Ziel sei es, Menschen davon abzuhalten, Warnhinweise zu ignorieren und sich bewusst in Gefahr zu bringen.
„Wir sind überzeugt, dass jemand, der leichtsinnig handelt, auch dafür zahlen sollte“, sagte Figuereo. „Es geht nicht darum, jemanden zu bestrafen, der unglücklich gestürzt ist, sondern um Fälle klarer Fahrlässigkeit. Diese Menschen riskieren nicht nur ihr eigenes Leben, sondern bringen auch die Retter in Gefahr.“
Als Beispiele nannte Figuereo:
Gerade auf den Kanaren kommt es regelmäßig zu Rettungseinsätzen in schwer zugänglichem Gelände oder auf offener See – oft mit erheblichem Aufwand. Dabei geht es auch um hohe Kosten. Allein eine Stunde Hubschraubereinsatz kostet laut Figuereo rund 2.000 Euro – zusätzlich zu den Personal- und Logistikkosten einer Rettung, welche sich schnell auf rund 6.000 Euro summieren. Bei längeren Suchaktionen können sich die Summen vervielfachen, so Figuereo.
Bislang gibt es allerdings ein praktisches Problem. Gerettete Personen lassen sich häufig nicht eindeutig identifizieren. Denn die Rettungskräfte sind keine Beamten, sondern Angestellte eines beauftragten Dienstleisters. Sie können daher kein offizielles Verwaltungsverfahren eröffnen, um Personalien festzustellen.
Künftig soll deshalb den Angaben zufolge die örtliche Polizei stärker eingebunden werden. Sie soll die formelle Identifizierung übernehmen, wenn Fahrlässigkeit nachgewiesen wird. Parallel wollen die Behörden gemeinsam mit der Tourismusbranche die Aufklärung verbessern. Nach Angaben der Verantwortlichen sind besonders häufig ausländische Urlauber in solche Vorfälle verwickelt.
