Rätselhafter Rocker-Tod

Staatsanwalt beschlagnahmt Leiche

Aktualisiert am 26.03.2026 – 13:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Hells-Angels-Jacken (Symbolbild): Erkan A. war lange Zeit bei den Hells Angels, soll dann aber vor seinem Tod zu den Bandidos übergelaufen sein. (Quelle: Franziska Kraufmann/dpa/dpa-bilder)

Jahrelang suchen die Behörden den Rocker Erkan A. – dann wird bekannt, dass er im Iran gestorben ist. Auch die deutschen Behörden schalten sich ein.

Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag die Leiche eines seit elf Jahren gesuchten Mordverdächtigen am Flughafen Köln/Bonn beschlagnahmt, um die Identität und Todesursache festzustellen. Erkan A. war einst Chef der Kölner Hells Angels und hatte sich 2015 nach der mutmaßlichen Tat in den Iran abgesetzt. Die Angehörigen des 39-Jährigen hatten den Leichnam zur Bestattung nach Deutschland überführen lassen.

Erkan A. galt als Deutschlands meistgesuchter Rocker. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer erklärte der „Bild“-Zeitung: „Der Leichnam ist beschlagnahmt worden – um zu prüfen, ob es sich tatsächlich um Erkan A. handelt.“ Dies habe die Untersuchung nun zweifelsfrei bestätigt.

Nach seiner Ausreise aus Deutschland – wohl über die Türkei – kam Erkan A. Mitte März im Iran unter bislang noch nicht geklärten Umständen ums Leben. Wie die „Bild“ unter Berufung auf iranische Behörden berichtet, wurde er tot in einem Hotel gefunden. In Rockerkreisen werde ein natürlicher Tod in Zweifel gezogen, heißt es weiter. Denn: Ein Freund von A. aus dem Iran soll sich ebenfalls in Lebensgefahr befinden – und Vergiftungssymptome aufweisen.

In der Rechtsmedizin seien keine äußeren Hinweise auf ein Fremdverschulden festgestellt worden, sagte Bremer. Toxikologische Untersuchungen, mit denen der Vermutung nachgegangen wird, der 39-Jährige könne vergiftet worden sein, dauerten an.

In Deutschland wurde elf Jahre lang nach Erkan A. gesucht. Der 39-Jährige soll als Chef der Kölner Hells Angels 2015 in einer Kölner Kneipe einen 29-Jährigen erschossen haben. Zwei weitere Männer wurden lebensgefährlich verletzt.

Bei dem Mord soll es sich um einen Racheakt für einen Einbruch in einen Hells-Angels-Treffpunkt handeln. Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Mittäter hatte die Staatsanwältin damals von einer „eiskalten Hinrichtung“ gesprochen.

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