CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder hat seine Stimme bei der rheinland-pfälzischen Landtagswahl abgegeben. Der 50-Jährige kam gemeinsam mit Ehefrau Diane in das Wahllokal in ihrem Wohnort Birresborn in der Vulkaneifel.
Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz haben bis zum Vormittag (10 Uhr) rund 40 Prozent der Stimmberechtigten gewählt. „Rund 34 Prozent hatten Briefwahl beantragt, weitere rund sechs Prozent gaben heute in den ersten beiden Stunden nach Öffnung der Wahllokale ihre Stimmen ab“, teilte der Landeswahlleiter mit. Knapp drei Millionen Bürger und Bürgerinnen ab 18 Jahren sind wahlberechtigt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Ein direkter Vergleich der Wahlbeteiligung mit der Landtagswahl 2021 sei nur eingeschränkt möglich. „Damals hatten wegen der Corona-Pandemie bereits 44 Prozent der Stimmberechtigten an der Briefwahl teilgenommen. Hinzu kam ein niedriger einstelliger Anteil an Urnenwählern in den ersten beiden Stunden“, erklärte der Wahlleiter. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung 2021 bei 64,3 Prozent.
Mit Spannung werden heute die ersten Ergebnisse bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz erwartet. Kann die CDU den Wahlsieg davontragen und den Machtwechsel nach 35 Jahren bei der Wahl in Rheinland-Pfalz vollführen? Oder schafft es die SPD ein weiteres Mal, als stärkste Kraft in den Landtag in Mainz einzuziehen?
Die letzte Umfrage vor der RLP-Wahl 2026 lässt zumindest Hoffnung für die Christdemokraten aufkeimen. Allerdings konnten die Sozialdemokraten in den vergangenen Wochen und Monaten in den Wahlumfragen den Abstand deutlich verringern.
- Superwahljahr: Wann erste Ergebnisse der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz kommen
CDU und SPD liegen in den Umfragen eng beieinander. Zuletzt hatte die SPD aufgeholt. Bedeutet das einen Vorteil für die Sozialdemokraten? Ein Experte erklärt, welchen Einfluss Umfragen auf die Wahlentscheidung haben.
In Rheinland-Pfalz haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8 Uhr können die Menschen ihre Stimmen abgeben. Knapp drei Millionen Bürger und Bürgerinnen ab 18 Jahren sind wahlberechtigt. Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet.
Die Ergebnisse der RLP-Wahl entscheiden über die Zusammensetzung des neuen Landtags in Mainz und damit auch indirekt darüber, ob Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) im Amt bestätigt wird. Der Nachfolger von Malu Dreyer (auch SPD) stellt sich zum ersten Mal dem Votum der Wähler. Sein Herausforderer Gordon Schnieder will die CDU nach 35 Jahren wieder in die Staatskanzlei führen.
t-online gibt hier einen Überblick über alle Spitzenkandidaten der RLP-Wahl. Zudem stellen wir die Kandidaten noch einmal gesondert vor:
Parallel zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stimmt Zweibrücken über den künftigen Oberbürgermeister ab. In der ersten Runde treten heute in der pfälzischen Stadt Amtsinhaber Marold Wosnitza (SPD) und die Beigeordnete Christina Rauch (CDU) sowie Stadtratsmitglied Christian Hofer (AfD) und der parteilose Atilla Eren an. Sollte kein Kandidat die absolute Mehrheit von 50 Prozent erringen, kommt es am 12. April zwischen den beiden Erstplatzierten zur Stichwahl. Die Amtszeit des Oberbürgermeisters beträgt acht Jahre. Amtsinhaber Wosnitza hatte die Wahl 2018 gewonnen.
In Rheinland-Pfalz sind am Sonntag 2,95 Millionen Menschen zur Landtagswahl aufgerufen. Es ist die zweite von insgesamt fünf Länderwahlen, die in diesem Jahr stattfinden. Laut Umfragen ist ein enges Rennen der CDU mit Spitzenkandidat Gordon Schnieder und der SPD von Ministerpräsident Alexander Schweitzer um den Wahlsieg zu erwarten. Schweitzer steht seit 2024 an der Spitze einer Ampelregierung mit Grünen und FDP. Er übernahm das Bündnis nach dem Rücktritt seiner SPD-Vorgängerin Malu Dreyer.
Starke Zuwächse werden für die AfD erwartet, während der SPD laut Umfragen ein historisch schlechtes Ergebnis droht. Die Grünen können ihr Ergebnis von 2021 wohl halten. Freie Wähler und Linke müssen um ihren Einzug in den Landtag zittern. Bei den Linken wäre es das erste Mal, dass sie über die Fünfprozenthürde kommt. Die mitregierende FDP wurde in den Umfragen nicht gesondert ausgewiesen.
Dierfeld ist nicht nur die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz. Die Mini-Kommune hat auch schon gewählt und die höchstmögliche Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl erreicht: 100 Prozent. „Ich habe die Wahlbriefe gesammelt in den Briefkasten geworfen“, sagt Ortsbürgermeister Roderich von Greve-Dierfeld (parteilos). Heißt konkret: Acht Wahlbriefe von acht wahlberechtigten Einwohnern. Insgesamt zählt Dierfeld im Kreis Bernkastel-Wittlich zurzeit 15 Einwohner.
Die Wahlbeteiligung sei immer sehr hoch. „Wir achten darauf“, sagt von Greve-Dierfeld. Zu der Gemeinde mit großem Hofgut und Gartenbaubetrieb gehören 14 Hektar Gemeindewald plus 180 Hektar Privatwald mit Schmuckgrün- und Gehölzkulturen.
Zur Landtagswahl am Sonntag hat sich Dierfeld mit der nahe gelegenen kleinen Stadt Manderscheid zu einem Stimmbezirk zusammengetan. Die Stimmen werden in Manderscheid ausgezählt. „Der Hauptgrund ist das Wahlgeheimnis“, sagt der Ortsbürgermeister. „Weil durch die geringe Zahl an Wählern wäre es schon recht offensichtlich, wie Dierfeld wählt.“
Angesichts des absehbar engen Ausgangs haben SPD und CDU auf den letzten Metern des Landtagswahlkampfes in Rheinland-Pfalz noch einmal alle Kräfte mobilisiert. Nur rund 30 Kilometer voneinander entfernt gaben sich in der Pfalz sowohl SPD-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Alexander Schweitzer als auch CDU-Kontrahent Gordon Schnieder siegesgewiss – beide mit prominenter Unterstützung.
„Das war noch nie so, dass uns das geschenkt wurde in Rheinland-Pfalz“, sagte Schweitzer beim SPD-Wahlkampfabschluss in seiner Geburtsstadt Landau mit Blick auf die Geschichte seiner Partei in dem eigentlich strukturell eher konservativen Bundesland. Es sei hier bei Landtagswahlen schon häufig knapp gewesen. „Wir mussten immer die Extra-Meile gehen“, betonte Schweitzer.
Schnieder sagte bei einer Veranstaltung in Bad Dürkheim, er sei „sehr zuversichtlich“. „Zum ersten Mal seit gefühlt Jahrzehnten“ habe die CDU auch in den Umfragen vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz einen stabilen Vorsprung. „Deswegen habe ich Zuversicht, dass das gelingen wird, dass wir stärkste Kraft werden, dass damit nicht nur nicht an uns vorbeiregiert werden kann, sondern dass wir die Regierung anführen werden und ich neuer Ministerpräsident dieses Landes werde.“
Genau diesen Anspruch erhebt auch Schweitzer. Er könne zwar nicht ausschließen, dass es nach der Rheinland-Pfalz-Wahl auf zwei große Parteien ankomme und diese eine Koalition bilden müssten, sagte er mit Blick auf SPD und CDU. Es mache aber einen Riesenunterschied, ob man im Auto auf dem Beifahrersitz sei oder das Lenkrad in der Hand habe.
In diesen Zeiten sei Erfahrung wichtig, betonte Schweitzer kurz vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz und erinnerte an seine Kindheit auf einem Binnenschiff. Er habe noch nie erlebt, dass ein Kapitän den Matrosen ranlasse, wenn der Wind ins Gesicht wehe.
Zum Abschluss des Wahlkampfes erhielten sowohl Schweitzer als auch Schnieder prominente Unterstützung. Bei der CDU in Bad Dürkheim war Bundeskanzler Friedrich Merz zu Gast, zur SPD in Landau kamen mit Malu Dreyer, Kurt Beck und Rudolf Scharping alle drei sozialdemokratischen Amtsvorgänger Schweitzers.
Die SPD regiert in Rheinland-Pfalz seit 1991 ununterbrochen, zuletzt seit 2016 in einer Ampelkoalition, für die es aber voraussichtlich nach der Wahl keine Mehrheit mehr geben wird. Viel deutet derzeit auf eine große Koalition hin, mit wem als Senior- und wem als Juniorpartner auch immer. Schweitzer hat mehrfach betont, im Fall eines CDU-Sieges nicht Teil eines unionsgeführten Kabinetts werden zu wollen.
Dass es für die Ampel in Mainz nach der RLP-Wahl 2026 voraussichtlich nicht weitergehen wird, liegt auch daran, dass die FDP aus dem Landtag zu fliegen droht. Sie lag mit ihrer Spitzenkandidatin, der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, zuletzt in Umfragen deutlich unter fünf Prozent.
Zum Wahlkampfabschluss der Liberalen war Bundeschef Christian Dürr angereist. Er gab als Ziel der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz den Wiedereinzug in das Landesparlament aus. Schmitt sagte: „Die Wahllokale schließen am Sonntag um 18 Uhr, dann wird ausgezählt und dann werden wir das Ergebnis sehen.“
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Spritpreise als nicht ausreichend kritisiert. „Ich fürchte, das wird nicht ausreichen“, sagte Schweitzer am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Situation sei dramatischer, als sich das manche im CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium vorstellten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) habe früh gesagt, dass sie abwarten wolle.
„Das hat die Mineralölkonzerne ermutigt, die Preise höher steigen zu lassen als in unserer europäischen Nachbarschaft“, sagte Schweitzer. Deutschland habe viel Zeit verloren. Die Zeche dafür zahlten Pendler und Handwerksbetriebe. „Ich finde, eine Bundeswirtschaftsministerin muss auf der Seite der Handwerksbetriebe und der Pendler stehen, nicht auf der Seite der Mineralölkonzerne“, fügte Schweitzer hinzu.
Drei Tage vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz sagt eine weitere Umfrage ein enges Rennen zwischen CDU und SPD um den Sieg voraus. Die CDU kann laut einer am Donnerstag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF mit 29 Prozent der Stimmen rechnen. Nur knapp dahinter folgt die SPD von Ministerpräsident Alexander Schweitzer mit 27 Prozent.
Auf dem dritten Platz wird die AfD mit 19 Prozent gesehen, vor den Grünen mit neun Prozent. Die seit dieser Legislaturperiode im Landtag vertretenen Freien Wähler wären mit 4,5 Prozent künftig nicht mehr dabei. Auch für die Linke ist angesichts von Umfragewerten von fünf Prozent fraglich, ob ihr erstmals der Einzug in den Landtag gelingen wird. Die FDP wird nur unter den anderen Parteien geführt, die laut Umfrage 6,5 Prozent erreichen.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) hat der schwarz-roten Bundesregierung vorgeworfen, ihre Reformversprechen zu langsam anzugehen. „Ich bedaure es sehr, dass der Bundeskanzler angekündigt hat, die Stimmung zum Sommer 2025 zu drehen, wir aber im März 2026 vor denselben Problemen stehen“, sagte der Regierungschef im Interview mit t-online. „Da haben sich viele Bürger mehr versprochen, auch ich.“
Der SPD-Politiker warf vor allem der Union vor, schädliche Ablenkungsdebatten zu führen. „Wir hätten zu Beginn des Jahres schneller in Tritt kommen müssen. Statt wie CDU und CSU sich wochenlang damit zu beschäftigen, ob die Deutschen zu faul sind, hätte man sich auf die wirklichen Probleme fokussieren müssen.“
