Weltmeister fordert Veränderungen
Lahm: Klopp als Bundestrainer reicht nicht aus
09.07.2026 – 11:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Der langjährige Nationalspieler spricht über den Umgang des DFB mit dem WM-Aus und den Folgen – und nimmt den Verband in die Pflicht.
Aus im WM-Sechzehntelfinale, Bundestrainer Julian Nagelsmann zurückgetreten – wie geht es jetzt weiter beim Deutschen Fußball-Bund? Der DFB muss sich neu aufstellen, führt bereits Gespräche mit Star-Trainer Jürgen Klopp, der Nagelsmann beerben soll, er gilt als Top-Personalie für die Position.
Einer, der nach dem Aus gegen Paraguay auch selbst schon für eine Position beim DFB gehandelt wurde, fordert nun aber weitergehende Veränderungen beim Verband. Und: eine detaillierte Aufarbeitung des Ausscheidens. „Viel wichtiger wäre mir vorab eine Analyse zu den Fragen: An was scheitern wir seit vielen Turnieren schon? Woran hakt es?“, schrieb Lahm am Donnerstag im „Kicker“.
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Denn: „Es ist die wichtigste Mannschaft in unserem Land, da braucht auch die Öffentlichkeit eine Erklärung, wo und wie der Weg hingehen soll.“ Erst danach sollte es für den 42-Jährigen um Namen gehen: „Dann muss der DFB entscheiden, wer der Richtige ist. Diese Analyse kann nicht in drei Tagen stattfinden, es gilt auf mehr zu schauen als nur auf die vier WM-Spiele 2026.“
„Es muss sich nicht nur am Trainerposten etwas ändern“
Lahm betont: „Klopp kann natürlich Aufbruchstimmung erzeugen, das hat er überall geschafft. Seine Teams waren Einheiten, die Menschen haben begeistert zugeschaut.“ Aber: „Es muss sich aber nicht nur am Trainerposten etwas ändern, sondern an unserer ganzen Fußball-Idee. Das ist das Allerwichtigste.“
Dass DFB-Sportdirektor Rudi Völler im Amt bleibt, findet Lahm indes „nicht grundsätzlich verkehrt. Du musst ja nicht auf jeder Position etwas ändern. Viel Erfahrung hat er. Die Frage ist: Wie ist das Miteinander? Auch ein Trainer braucht einen Gegenpart, mit dem er diskutieren kann, von dem er auch mal eine andere Sichtweise bekommt. Nach außen agiert Völler immer sehr harmonisch und will Trainer und Mannschaft schützen.“ Er meint: „Wenn der DFB ihm vertraut, sollte er auch der richtige Part sein, egal, zu welchem Trainer.“
Eine eigene Anstellung beim DFB schließt Lahm derweil aus: „Ich war als Turnierdirektor der EM 2024 sechs Jahre beim DFB und habe viele Menschen kennengelernt. Das hat mir große Freude bereitet. Ich bin aber nicht auf der Suche nach einem Job“, betont der Weltmeister von 2014. „Ich habe tolle Aufgaben mit meinem Unternehmen, mit meiner Stiftung, als Berater auf Vorstandsebene beim VfB Stuttgart. Es macht mir Freude, wie es ist.“
