Von Luftfahrtunternehmen bezahlt

Kai Wegner wegen Luxus-Abendessens in der Kritik


Aktualisiert am 17.08.2026 – 15:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Matthias Hundt und Kai Wegner (r.) (Archivbild): Die CDU-Politiker hatten ihre Zusammenarbeit nach nur zwei Monaten beendet. (Quelle: picture alliance/dpa/Senatskanzlei Berlin/-)

Nach der Entlassung von Staatssekretär Matthias Hundt werden neue Details zu dessen Kontakt mit Kai Wegner bekannt. Ein von einem Unternehmen bezahltes Abendessen löst Kritik aus.

Ein Abendessen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU), seiner Lebensgefährtin und dem kurzzeitigen Staatssekretär Matthias Hundt (CDU) ruft Kritik hervor. Bezahlt wurde das Treffen nach Angaben der Senatskanzlei gegenüber dem „Tagesspiegel“ von dem Luftfahrtunternehmen Elbe Flugzeugwerke. Die Opposition sieht deshalb den Verdacht der Vorteilsannahme gegeben.

Aus der Antwort der Senatskanzlei auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Tonka Wojahn, die dem „Tagesspiegel“ vorliegt, geht hervor, dass sich Wegner und Hundt für ihr Kennenlernen im Restaurant „Vox“ des Berliner Luxushotels „Grand Hyatt“ trafen. Dieses als „Arbeitstreffen“ bezeichnete Essen war demnach von den Elbe Flugzeugwerken bezahlt worden. „Dem Land Berlin sind keine Kosten entstanden“, teilte die Senatskanzlei mit. Hundt erklärte dem „Tagesspiegel“, das Treffen habe stattgefunden, um Maßnahmen zu diskutieren, wie der Berliner Flughafen BER bessere Anbindungen gewährleisten könne.

Firma bezahlt Wegners Abendessen – Grüne äußern schweren Verdacht

An dem Abendessen nahm auch Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) teil, die mit Wegner liiert ist. Nach Angaben der Senatskanzlei war sie als Privatperson dabei und ebenfalls von den Elbe Flugzeugwerken eingeladen worden. Die Frage des „Tagesspiegel“, ob es gängig sei, dass der Regierende Bürgermeister seine Partnerin in privater Funktion zu dienstlichen Treffen mitnehme, verneinte die Senatskanzlei.

Wojahn bezeichnete das Treffen angesichts der neuen Erkenntnisse als „handfesten politischen Skandal“. Ein Regierungschef dürfe „nicht einmal den Anschein erwecken, sich teure Restaurantbesuche von einem Unternehmen finanzieren zu lassen“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Sie ergänzte: „Hier drängt sich unweigerlich der Verdacht der Vorteilsannahme auf.“

Wegen der Teilnahme Günther-Wünschs warf Wojahn Wegner zudem „eine bedenkliche Ignoranz gegenüber gängiger Compliance-Regeln“ vor. Die Bildungssenatorin müsse erklären, „was sie als Privatperson bei einem Lobby-Termin des Regierenden Bürgermeisters“ zu suchen hatte, forderte die Abgeordnete im „Tagesspiegel“. Günther-Wünsch äußerte sich dem Bericht zufolge nicht persönlich zu den Vorwürfen.

Hundt nach zehn Wochen wieder entlassen

Hundt war Mitte März 2026 zum Staatssekretär für Digitalisierung, Verwaltungsmodernisierung und Chief Digital Officer in der Berliner Senatskanzlei ernannt worden. Der Dresdner CDU-Politiker folgte auf Martina Klement, die in die Brandenburger Landesregierung gewechselt war.

Nach nur knapp elf Wochen im Amt wurde Hundt wieder entlassen. Zuvor hatten MDR und RBB berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Dresden im Zusammenhang mit der Insolvenz eines seiner Unternehmen ermittelt. Wegner bezeichnete das Vertrauensverhältnis zu Hundt als „zerstört“. Hundt fordert vom Land Berlin nach Angaben des „Tagesspiegels“ neben einem Übergangsgeld von 50.000 Euro auch die Erstattung von Anwaltskosten in gleicher Höhe.

Share.
Exit mobile version