Katherina Reiche widerspricht
Klingbeil warnt vor Versorgungssicherheit mit Kerosin
18.04.2026 – 10:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Internationale Energieagentur sieht Engpässe beim Flugtreibstoff. Finanzminister Klingbeil fordert Maßnahmen – Katherina Reiche sieht das anders.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat vor möglichen Engpässen bei Kerosin in Europa gewarnt und Gegenmaßnahmen gefordert. „Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen“, sagte er dem „Spiegel“. Neben steigenden Preisen müsse auch die Versorgungssicherheit im Blick bleiben.
Hintergrund ist eine Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA). Diese hatte erklärt, mehrere europäische Länder könnten in den kommenden Wochen mit einer beginnenden Knappheit bei Flugtreibstoff konfrontiert sein.
Aus der Bundesregierung kamen zugleich Hinweise auf bestehende Kapazitäten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) betonte, Kerosin werde auch in deutschen Raffinerien produziert. Deutschland sei daher nicht ausschließlich auf Importe angewiesen.
Nach Angaben des Luftverkehrsverbands dürfte sich die Lage selbst bei einem kurzfristigen Ende des Iran-Kriegs nur langsam entspannen. Seit Beginn des Konflikts haben sich die Preise für Kerosin demnach mehr als verdoppelt. Ein erheblicher Teil der Importe stammt aus dem Nahen Osten, wo Förder- und Verarbeitungsanlagen teilweise beschädigt wurden.
Klingbeil rechnet mit länger anhaltenden Auswirkungen auf Wirtschaft und Energieversorgung. Die aktuelle Lage sei „ähnlich herausfordernd“ wie die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, sagte der Vizekanzler. Eindrücke von internationalen Beratungen hätten gezeigt, dass die Krise umfangreicher sein könnte als vielfach angenommen.
Der SPD-Politiker verband seine Einschätzung mit Forderungen an die Koalition. Deutschland müsse widerstandsfähiger werden und seine Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringern. Dazu zählten aus seiner Sicht ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien sowie Fortschritte beim Netzausbau.
Bereits zuvor hatte Klingbeil innerhalb der Bundesregierung vor einem möglichen Abbremsen der Energiewende gewarnt und auf entsprechende Vereinbarungen im Koalitionsvertrag verwiesen.
