„Man kann eine Demokratie nicht herbeibomben“, stimmte Bijan Djir-Sarai zu. Der in Teheran geborene Ex-FDP-Generalsekretär, mittlerweile Dezernent im Rhein-Kreis Neuss, sagte aber anders als Wagenknecht, dass die überwiegende Mehrheit der iranischen Bevölkerung froh sei über die „Unterstützung“ durch die USA und Israel. Es gebe zwar Angst vor einem großen Krieg, aber Hoffnung auf ein Ende der Islamischen Republik.
Anders als in Afghanistan und im Irak gibt es laut Djir-Sarai im Iran eine starke Zivilgesellschaft und eine junge Generation, die pro-westlich und pro-israelisch denke. „Diese Menschen wollen nicht mehr von Islamisten regiert werden“, unterstrich er. Die Iraner seien dabei nicht naiv und wüssten genau, dass Trump geopolitische Interessen verfolgt. Sollte der Iran demokratisch werden, seien Russland und China die größten Verlierer. „Dass einige damit ein Problem haben, liegt in der Natur der Sache“, sagte er an Wagenknecht gewandt.
Die BSW-Gründerin warf Trump hingegen ein unverantwortliches Verbrechen vor, das völkerrechtlich nicht zu rechtfertigen sei. Das Weiße Haus könne nicht einfach entscheiden, welches Regime bestehen dürfe und welches nicht. Dieses „Faustrecht“ der größten Militärmacht der Welt führe dazu, dass sich Länder durch Atomwaffen unangreifbar machen wollen. „Man stürzt Regime nicht mit Kriegen“, sagte Wagenknecht. Eine solche Bewegung müsse im Land selbst entstehen.
Wagenknecht und Djir-Sarai gerieten bei „Maischberger“ wiederholt lautstark aneinander, etwa, als es um die Bewertung des früheren Atomabkommens mit dem Iran ging. Trump habe dieses Abkommen aufgekündigt und sich bei den Verhandlungen im Oman unseriös gemacht, sagte Wagenknecht. Von dem Atomabkommen habe nur der Iran profitiert, widersprach der frühere FDP-Generalsekretär: „Ich weiß nicht, warum Sie dieses Regime so verteidigen. Das sind doch nicht die Fakten.“










