Passagiere sitzen im Krieg fest

Umstrittene Nahost-Entscheidung: Tui äußert sich


Aktualisiert am 03.03.2026 – 17:57 UhrLesedauer: 2 Min.

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Das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“ (Archivbild): Zwei Schiffe von Tui Cruises liegen trotz des Kriegs weiter in der Golfregion. (Quelle: IMAGO/Dwi Anoraganingrum/imago)

Tausende Reisende sitzen im Nahen Osten auf Kreuzfahrtschiffen von Tui fest. Um sie herum herrscht Krieg. Jetzt äußert sich das Unternehmen.

Seit Tagen sitzen rund 5.000 Kreuzfahrtpassagiere des Konzerns Tui Cruises im Nahen Osten fest. Die „Mein Schiff 4“ liegt in Abu Dhabi, die „Mein Schiff 5“ in Doha. Während vergleichbare Unternehmen wie Aida Cruises einen Teil ihrer Orient-Fahrten bereits vorsorglich aufgrund der geopolitischen Lage abgesagt hatten, entschied sich Tui Cruises dennoch dazu, die Reisen stattfinden zu lassen. Auf Anfrage von t-online verteidigt eine Unternehmenssprecherin die Entscheidung.

Video | Explosionen neben deutschem Kreuzfahrtschiff

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Quelle: t-online

Nachdem die USA und Israel am Samstag den Iran angegriffen haben, herrscht Krieg im Nahen Osten. Dabei schlug am Samstagmorgen unter anderem eine Drohne nahe der „Mein Schiff 4“ ins Wasser. Zwar wurde dabei niemand verletzt, aber die Stimmung an Bord sei angespannt, berichteten einige Gäste.

Auf die Frage, warum die Fahrten in die Region trotz der bereits seit Wochen aufgeladenen Stimmung stattfanden, erklärte eine Sprecherin von Tui Cruises t-online, dass die „Entscheidung auf einer umfassenden und kontinuierlichen Lagebewertung“ basiere. Zum Zeitpunkt der Planung habe es keine behördlichen Einschränkungen für die Region gegeben.

Hinzu komme, dass die Emirate seit vielen Jahren als „etablierte, sichere und stark nachgefragte Winterdestinationen“ gelten würden. Um für Sicherheit zu sorgen, habe Tui Cruises deshalb bereits 2024 beschlossen, den Suezkanal bei Kreuzfahrten zu meiden und die Routen entsprechend anzupassen, stellte sie klar.

Aktuell seien die Gäste weiterhin an Bord der beiden Schiffe. Dort würden sie umfassend betreut und versorgt. Das Unternehmen teilte auf seiner Homepage mit, man stehe im engen Austausch mit den Passagieren. „Sollten weitere Anpassungen erforderlich werden, setzen wir uns umgehend und proaktiv mit den Gästen in Verbindung“, hieß es.

Wie „Focus Online“ unter Berufung auf das Unternehmen berichtete, sollen am Dienstag die ersten 200 Passagiere der „Mein Schiff 4“ von Bord gegangen und zum Flughafen in Dubai gebracht worden sein. Sie seien dort im Laufe des Tages mit einer Maschine der Fluggesellschaft Emirates in Richtung München gestartet, hieß es. Sie sollen am Abend gegen 20.50 Uhr landen.

Bis sämtliche Gäste nach Deutschland zurückkehren können, sollen noch einige Tage vergehen, erklärte ein weiterer Sprecher des Konzerns auf Anfrage von t-online. Aufgrund vieler geschlossener internationaler Flughäfen in der Region sei Tui hier aber abhängig von den offiziellen Stellen vor Ort.

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