Ralf Hütter wird 80

Der Kraftwerk-Gründer, den kaum jemand kennt

19.08.2026 – 18:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Ralf Hütter bei einem Konzert in England: Jetzt wird runder Geburtstag gefeiert. (Quelle: IMAGO/Andy Sturmey / Andrew Sturmey – B1114 / Avalon/imago)

Ralf Hütter füllt Konzertsäle auf der ganzen Welt. Doch auf der Straße würde ihn kaum jemand erkennen. Der Kraftwerk-Gründer wird 80.

Drei Abende in Folge stand Ralf Hütter in diesem Jahr auf der Bühne der Royal Albert Hall in London. Konzerte in Singapur, Tokio und Prag folgten. Wer dem Mitgründer von Kraftwerk danach auf der Straße begegnet wäre, hätte ihn wohl nicht erkannt. Hütter feiert jetzt am Donnerstag (20. August) seinen 80. Geburtstag. Sein Einfluss auf die Musikwelt ist unbestritten, sein Gesicht der breiten Öffentlichkeit aber weitgehend unbekannt geblieben.

Geboren wurde Hütter im Rheinland. Er wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf und lernte früh Englisch und Französisch. Gemeinsam mit Florian Schneider gründete er die Düsseldorfer Band Kraftwerk. Als beide ihren Eltern mitteilten, das Studium für die Musik aufzugeben, wurde die monatliche finanzielle Unterstützung gestrichen, wie Hütter berichtete.

Kraftwerk in der Royal Albert Hall in London: Die Shows der Düsseldorfer Band sind außergewöhnlich. (Quelle: IMAGO/Zoran Veselinovic / Avalon/imago)

Den Einschnitt machte der Erfolg schnell wett. Bereits das erste Album „Kraftwerk“ aus dem Jahr 1970 erreichte Platz 30 der Charts. Das Lied „Ruckzuck“ daraus wurde zur Erkennungsmelodie der Fernsehsendung „Kennzeichen D“. Kurz darauf verließ Hütter die Band vorübergehend. Gegenüber der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ beschrieb er seinen Ausstieg 1971 so: „Man kann meinen Bruch mit der Gruppe mit einer erotischen Beziehung zu einer Frau vergleichen, die sich dann mit der Zeit abkühlt.“

Kraftwerk schaffen Meilenstein der elektronischen Musik

Nach seiner Rückkehr gewann das Konzept von Kraftwerk an Schärfe. Mit dem vierten Album „Autobahn“ schufen Hütter und Schneider einen Meilenstein der elektronischen Musik. Die gesamte erste Schallplattenseite füllte das mehr als 20-minütige Titelstück, das mit wenig Text auskam.

„Wir fahr’n fahr’n fahr’n auf der Autobahn“ funktionierte auch international, wobei Hörer in den USA daraus offenbar „fun fun fun auf der Autobahn“ heraushörten. Das Album wurde ein weltweiter Erfolg. In Deutschland musste die zugehörige Tournee mangels Interesse abgesagt werden, während die Konzerte im Ausland schnell ausverkauft waren.

Ralf Hutter von Kraftwerk nimmt den „Lifetime Achievement Award“ entgegen: Am Donnerstag wird der Grammy-Preisträger 80 Jahre alt. (Quelle: Todd Williamson/Invision/AP)

Mitte der 1970er-Jahre begann die erfolgreichste Phase der Band. „Radio-Aktivität“ stand 1975 und 1976 lange in den Charts. 1976 folgte „Trans-Europa-Express“, das als einflussreich für die Entstehung des Hip-Hops gilt. 1978 erschien „Die Roboter“ mit der Zeile „Wir sind die Roboter“, das den damaligen Zeitgeist traf, der von Sorgen vor neuer Technik geprägt war.

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