Akupressur

Kopfschmerzen: Diese Druckpunkte sollten Sie ansteuern

Ann-Kathrin Landzettel


Aktualisiert am 21.02.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 4 Min.

Gesichtsmassage bei Frau: Sanfter Druck auf den richtigen Punkten kann besonders bei Spannungskopfschmerzen lindernd wirken.

Sanfter Druck auf den richtigen Punkten kann besonders bei Spannungskopfschmerzen lindernd wirken. (Quelle: Sophie Walster/getty-images-bilder)

Sanfter Druck gegen Kopfschmerzen: Wer unter Spannungskopfschmerzen oder Migräne leidet, kann als ergänzende Therapiemaßnahme Akupressur versuchen.

Welche Druckpunkte stimuliert werden, hängt von der Art der Kopfschmerzen ab und davon wo der Schmerz liegt. Wie Akupressur gegen Kopfschmerzen funktioniert und was zu beachten ist.

Kopfschmerzexperten unterscheiden über 200 verschiedene Kopfschmerzarten. Am häufigsten sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Spannungskopfschmerzen sind durch einen leichten bis mittelstarken dumpfen, drückenden oder ziehenden Schmerz gekennzeichnet, der sich über den gesamten Kopf ausbreitet. Ursachen sind oftmals Stress, lange Bildschirmarbeit, Schlafmangel oder eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr. Fast jeder Mensch kennt Spannungskopfschmerzen.

Migräne hingegen ist von der Schmerzintensität deutlich intensiver und kann das Leben der Betroffenen stark einschränken. „Migräne ist die häufigste Kopfschmerzerkrankung, die Männer und Frauen zum Arzt führt“, sagt Dr. Charly Gaul, Generalsekretär und Pressesprecher der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG). „Migränepatienten stufen die Schmerzintensität der Kopfschmerzattacken als mittelstark bis stark ein und beschreiben einen pochenden, pulsierenden oder hämmernden Schmerz – in der Regel nur auf einer Seite des Kopfes.“

Die Schmerzattacken können bis zu drei Tage anhalten – und zwingen die Betroffenen oft ins Bett. Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Geruchsempfindlichkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Erschöpfung können hinzukommen. Bei Migräne gilt eine genetische Veranlagung als Ursache gesichert.

Für Migräneattacken werden sowohl entzündliche als auch durchblutungsbedingte Krankheitsmechanismen verantwortlich gemacht. Besteht die Veranlagung zu Migräne, können bestimmte Reize, sogenannte Trigger, die Kopfschmerzattacken auslösen. Das können zum Beispiel Schlafmangel, starke Sonneneinstrahlung, Alkohol, Stress, Hunger, hormonelle Einflüsse und bestimmte Nahrungsmittel sein.

Da Kopfschmerzen sehr belastend sein können, wünschen sich Betroffene eine wirksame Behandlung gegen das Stechen und Pochen im Kopf. Gegen Spannungskopfschmerzen hilft meist frische Luft, ausreichend Wasser trinken, Schlaf und Stressreduktion. Im Akutfall können zudem Schmerzmittel, etwa mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Paracetamol, die Schmerzen lindern. „Mit der Verwendung von Pfefferminzöl – in kleiner Menge auf die Schläfen aufgetragen – haben viele Spannungskopfschmerz-Betroffene ebenfalls gute Erfahrungen gemacht“, sagt Gaul.

Migräne-Betroffenen hingegen helfen vor allem Ruhe, Dunkelheit und Schlaf. Auch sollten sie versuchen, bekannte Trigger zu meiden. Die medikamentöse Migräne-Behandlung setzt sich aus der medikamentösen Akuttherapie und der medikamentösen Vorbeugung von Migräneattacken zusammen. „Bei leichten Migräneattacken helfen meist nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure oder Naproxen. In schwereren Fällen wird ein Triptan gegeben. Von den Migränemitteln sind mittlerweile drei in der Apotheke auch ohne Rezept erhältlich: Almotriptan, Naratriptan und Sumatriptan“, erklärt der Kopfschmerzexperte. „Oftmals werden ergänzend Präparate gegen die Übelkeit während der Schmerzattacke eingenommen.“

Neben Anpassungen im Lebensstil und der Einnahme von Medikamenten gibt es eine Reihe verschiedener ergänzender Therapiemaßnahmen, die helfen können, den Kopfschmerz zu lindern, darunter die Akupressur. Unter Akupressur versteht man das Ausüben von Druck auf definierte Punkte, die auch aus der Akupunktur bekannt sind.

„Prinzipiell werden positive Effekte bei der Behandlung von Schmerzen und Übelkeit berichtet. Wissenschaftliche Studien, die das Verfahren so gut belegen, dass es auch im Rahmen der Leitlinien empfohlen wird, liegen allerdings nicht vor“, sagt Gaul. „Dennoch können Betroffene die Akupressur bei Kopfschmerzen ausprobieren. Akupressur kann bei allen Kopfschmerzarten angewandt werden und dient dem Patienten als Hilfe zur Selbsthilfe. Da mit Akupressur keine speziellen Risiken verbunden sind, ist es durchaus einen Versuch wert.“

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