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Deutschland

Kokain wird günstiger, reiner und häufiger tödlich

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 29, 2026
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Kokain wird günstiger, reiner und häufiger tödlich

Alarmierende Zahlen

Staatsanwalt warnt: München mit „Massen an Kokain geflutet“

Aktualisiert am 29.07.2026 – 06:53 UhrLesedauer: 2 Min.

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Kokain (Symbolbild): Die Droge ist aktuell so günstig wie nie zuvor. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa/dpa-bilder)

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Ein Münchner Staatsanwalt spricht von einer „Zeitenwende“: Kokain sei günstiger, reiner und gefährlicher als je zuvor. Was das für die Stadt bedeutet.

„Zeitenwende“ – mit diesem Wort beschreibt ein Münchner Staatsanwalt die aktuelle Kokain-Lage in der Stadt. Die Droge sei so günstig, so rein und so präsent wie nie zuvor – mit Folgen, die sich auch an der Zahl der Todesopfer ablesen lassen.

Die Staatsanwaltschaft München I spricht von einer „deutlich wahrnehmbaren Kokainschwemme“, wie Staatsanwalt Dr. Jakob Schmidkonz erklärt. 2025 entfielen 104 von 140 Betäubungsmittel-Handelsdelikten im Bereich des Polizeipräsidiums München auf Kokain – ein Anteil von 74 Prozent, 2021 waren es noch 26 Prozent. Grund sei ein massiver Wandel des internationalen Drogenmarkts: Kartelle in Südamerika hätten ihre Logistik stark ausgebaut, 2024 sei weltweit eine Rekordmenge produziert worden. Während die Nachfrage in den USA sinkt, wachse die Produktion weiter. „So hat man Deutschland für sich entdeckt. Wir werden mit Massen und Mengen an Kokain geflutet, die vor fünf Jahren noch unvorstellbar waren“, so Schmidkonz.

Kokain-Preis geht zurück, während es immer stärker wird

Kokain, umgangssprachlich auch Koks genannt, ist ein pulverförmiges Rauschmittel mit stark stimulierender Wirkung, das aus den Blättern des in Südamerika beheimateten Kokastrauchs gewonnen wird. Besonders gefährlich ist die Substanz, weil sie ein außerordentlich hohes Potenzial für eine psychische Abhängigkeit mit sich bringt und akut schwerwiegende körperliche Folgen wie einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder einen Atemstillstand auslösen kann, die im schlimmsten Fall tödlich enden.

Der Preis pro Gramm sank von 93,10 Euro (2021) auf 68,13 Euro (2025), während der Reinheitsgehalt von durchschnittlich 65,7 auf 79 Prozent stieg – ein historischer Höchststand. In einem Fall wurden sogar 95 Prozent gemessen. Die Zahl der Drogentoten stieg entsprechend: 2025 starben in Bayern 250 Menschen an Drogen, 41 davon in München, 20 durch Kokain. Die Hälfte der Opfer war jünger als 35, das Durchschnittsalter sank binnen eines Jahres um zweieinhalb Jahre auf 36,1. Schmidkonz erwartet, dass Kokain Heroin bald als häufigste Todesursache ablöst: „Wir werden bald vom Killer Nummer 1 sprechen.“

Angeklagte sollen in München 123 Kilo Koks verkauft haben

Zuletzt gelangen den Ermittlern auch Erfolge: Lieferungen von 22 und 28 Kilo Kokain wurden abgefangen. Dennoch professionalisierten sich die Tätergruppierungen zunehmend, auch bei Bewaffnung und Zahlungsverkehr – eine „bedenkliche Entwicklung“, so Schmidkonz. Statt wie früher über Italien verhandelten inzwischen Anbieter aus Deutschland direkt mit den Kartellen in Südamerika.

Im August stehen dazu zwei Fälle vor Gericht. Einem Angeklagten wird vorgeworfen, als Koordinator einer internationalen Gruppierung 123 Kilo Kokain aus Bolivien – transportiert über die Niederlande und Frankfurt – in München verkauft oder weitergeleitet zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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