Königshaus gerät unter Druck
Charles soll schon länger von Andrews Machenschaften gewusst haben
Aktualisiert am 22.02.2026 – 11:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Buckingham-Palast wurde offenbar bereits vor Jahren darüber informiert, dass der Name der Königsfamilie durch Andrews Geschäftsverbindungen „missbraucht“ wird. Dies sollen jetzt E-Mails belegen.
König Charles III., damals noch Prince of Wales, soll 2019 von einem Whistleblower vor den dubiosen Geschäftsverbindungen seines Bruders Andrew Mountbatten-Windsor, damals noch Prinz Andrew, gewarnt worden sein. Wie die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“ jetzt berichtete, habe der Palast vor mehr als sechs Jahren E-Mails von einem Whistleblower erhalten.
Der Informant habe den königlichen Anwälten der Kanzlei Farrer & Co geschrieben und behauptet, Andrew betrachte seine Beziehung zu dem Finanzier David Rowland als wichtiger als die zu seiner Familie. In einer zweiten Nachricht, die auch an Charles‘ Privatsekretär Clive Alderton und die Anwältin der verstorbenen Königin gegangen sein soll, wurde der Vorwurf demnach konkretisiert.
„Die vorgelegten Beweise belegen eindeutig, dass Sie den Namen der Königsfamilie missbraucht haben“, habe es in der Mail geheißen. Demnach soll Rowland den damaligen Herzog von York bezahlt haben, um eine Banklizenz in Luxemburg für sein Privatinstitut Banque Havilland zu erhalten. Die E-Mail enthielt angeblich sogar Andrews Bankverbindung.
Video | Videoaufnahmen zeigen Andrew nach Verhör
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Zudem soll Andrew Rowland dessen Sohn Jonathan auf offizielle Reisen als Handelsbeauftragter mitgenommen haben. Die Rowlands begleiteten ihn demnach zwischen 2001 und 2011 unter anderem nach China und in ehemalige Sowjetstaaten.
Andrew soll den Bankier außerdem regelmäßig über Geschäftsmöglichkeiten informiert haben, die sich aus seiner offiziellen Tätigkeit ergaben. Auch soll Rowland 2017 ein Darlehen von 1,5 Millionen Pfund (umgerechnet rund 1,31 Millionen Euro) für Andrew zurückgezahlt und Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson mit 40.000 Pfund (45.700 Euro) zur Begleichung ihrer Schulden unterstützt haben.
Jonathan Rowland erklärte der „Daily Mail“, er habe „keine Ahnung“ von der E-Mail an Charles. Er bezeichnete die Behauptung, man könne eine Banklizenz „beschaffen“, als „idiotischen Gedanken“. Der Buckingham-Palast wollte sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu den Vorwürfen äußern.
