Brings über Fall Fernandes
„Jetzt wäre die Meinung unserer Töchter wirklich gefragt“
24.03.2026 – 16:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Vorwürfe von Collien Fernandes beschäftigen viele – auch Brings-Star Stephan Brings. In seiner Kolumne hat er eine deutliche Forderung.
Christian Ulmen. Was habe ich diesen Kerl geliebt. Geliebt für seine Hauptrolle in der Polizei-Serie „Dr. Psycho – Die Bösen, die Bullen, meine Frau und ich“. Dort gab er den Polizeipsychologen Dr. Max Munzl, ein völliger Nerd der Psychologie, und das bei einer Kölner Soko für „Organisiertes Verbrechen“.
In der Sendung hatte er die Opfer-Rolle, so hab’ ich ihn immer im Kopf gehabt. Dass seine spätere Frau Collien Fernandes und er dann so zum Boulevard- und Glamour-Paar wurden, passte schon so gar nicht zu meinem Bild von Ulmen. Für mich war er ja immer Dr. Munzl, der lustige Nerd. Wäre er wohl auch besser geblieben. Was Collien Fernandes ihm nun vorwirft, ist eigentlich nicht zu fassen.
Christian Ulmen und Collien Fernandes waren ein Paar. Haben sich sehr wahrscheinlich gegenseitig vertraut. 2025 erfuhr die Öffentlichkeit überraschend von ihrer Trennung. Jetzt erhebt Fernandes schwere Vorwürfe. Ich empfinde ihr Vorgehen als mutig, richtig und wichtig für alle anderen – fast immer Frauen – denen so etwas im Netz angetan wird.
Collien Fernandes hat den wichtigen Gedanken „Die Scham muss die Seite wechseln“ von Gisèle Pelicot, die von ihrem Mann schwer missbraucht wurde, nach Deutschland gebracht. Sie befreit sich von der Opfer-Rolle, sie wird zur Kämpferin im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit.
Ihre Erlebnisse gehen vielen Menschen an die Nieren und ans Herz. Sonst gäbe es keine Demo mit 12.000 Menschen in Berlin, die mehr Schutz und angebrachte Verfolgung und Bestrafung für Täter im Netz fordert.
Wir sollten uns immer vor Augen halten, welchen Stellenwert, welche Macht die digitale Parallel-Welt hat. Die KIs produzieren längst ihre ganz eigenen Wahrheiten. Bilder, Videos, Stimmen – alles kann jedem von uns untergeschoben werden.