Für Kölns meistbesuchte Sehenswürdigkeit, den zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden gotischen Dom, wird noch in diesem Jahr eine Eintrittsgebühr eingeführt.
Kirchenvertreter des Kölner Doms teilten in einer Mitteilung vom 5. März mit, dass die Gebühr wegen steigender Instandhaltungskosten erhöht werde.
Das Domkapitel der katholischen Kathedrale sagte, dass es in der zweiten Hälfte dieses Jahres damit beginnen werde, Touristen Gebühren zu erheben, machte jedoch keine Angaben dazu, wie hoch die Eintrittsgebühr sein würde.
Der doppeltürmige katholische Dom thront über dem Kölner Hauptbahnhof am Rheinufer und dominiert die Skyline der Stadt.
Der Bau der gotischen Kathedrale begann im Jahr 1248 und wurde 1880 abgeschlossen. Sie wurde 1996 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Die Kathedrale empfängt jährlich rund sechs Millionen Besucher.
Inflation und steigende Personalkosten hätten dazu geführt, dass die Kosten für die Instandhaltung des Gebäudes stetig gestiegen seien, so das Domkapitel. Allein in diesem Jahr will der Dom rund 16 Millionen Euro ausgeben.
Gleichzeitig sind die Rücklagen, die in den letzten Jahren zur Schließung von Finanzierungslücken genutzt wurden, weitgehend versiegt, auch weil kostenpflichtige Besichtigungen der Domtürme und der Domschatzkammer während der Pandemie über längere Zeiträume nicht stattfinden konnten.
Kirchenvertreter haben beispielsweise Einsparungen erzielt, indem sie keine Mitarbeiter ersetzt haben, die das Architekturbüro der Kathedrale verlassen. Sie sagten jedoch, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen das Problem nicht langfristig lösen könnten.
Personen, die die Kathedrale zum Gottesdienst besuchen und in einigen Bereichen beten, sind von der neuen Eintrittsgebühr befreit. Der Dekan der Kathedrale, Guido Assmann, sagte, etwa 99 Prozent der Besucher seien Touristen, berichtete die deutsche Presseagentur dpa.
Kirchengebühren in ganz Europa
Während die Erhebung von Eintrittsgebühren für Touristen in ganz Europa üblich ist, sind diejenigen, die zum Gottesdienst oder zum individuellen Gebet kommen, in der Regel von der Zahlung befreit.
Die noch im Bau befindliche Sagrada Família in Barcelona kostet 26 € für den allgemeinen Eintritt. Laut dem letzten verfügbaren Bericht aus dem Jahr 2024 werden rund 52 % der eingenommenen Gebühren für Baukosten verwendet, weitere 30 % für Verwaltungsgebühren.
Im Jahr 2024 schlug die französische Kulturministerin Rachida Dati eine Eintrittsgebühr für Notre-Dame vor, wobei das gesammelte Geld für den Unterhalt von Kirchen im ganzen Land verwendet werden sollte, was jedoch nie genehmigt wurde.
In Italien ist der Besuch mehrerer berühmter Kirchen, darunter der Petersdom und der Dom von Florenz, kostenlos, andere, darunter die Kathedralen in Mailand und Siena, verlangen jedoch eine Gebühr.
